«Pjotr Ivanowitsch». Ein Mundartroman zur Russischen Revolution

Der Schaffhauser Schriftsteller Albert Bächtold beschreibt in dem monumentalen Roman «Pjotr Ivanowitsch» die Jahre von 1913 bis 1918, als er in Russland lebte und mitten in die Wirren der Russischen Revolution geriet.

Demonstration in Petrograd 1917
Bildlegende: Demonstration in Petrograd 1917 Wikipedia
Wie alle seine autobiografischen Aufzeichnungen verfasste er auch diesen Roman in der Klettgauer Mundart seiner Heimat.
 
Ausgebildet als Primarlehrer, zog es Bächtold in die Welt hinaus. Ohne der russischen Sprache mächtig zu sein, liess er sich auf eine Stelle als Privatlehrer bei einer russischen Adelsfamilie in Kiew ein. Bald zog er weiter nach Moskau, wo er eine Kaufmannslehre machte und bis zur Revolution in einer Firma arbeitete, die optische Instrumente herstellte. Im Herbst 1917 wurde er Augenzeuge der Oktoberrevolution.
 
Weltliteratur im «Chleggitüütsch»
Die Jahre in Russland und die dramatischen revolutionären Ereignisse beschreibt er im 700seitigen, zweibändigen Roman «Pjotr Ivanowitsch», der 1950 erstmals publiziert wurde. Bächtolds Stil ist literarisch und anspruchsvoll. Die Sprache folgt kompromisslos dem Wortschatz, der Lautung und dem Duktus von Bächtolds Klettgauer Mundart. Ein Juwel der Schweizer Mundartliteratur.
 
Zum Hundertjährigen der Russischen Revolution
Längere Auszüge aus dem Roman wurden 2005 in der Schnabelweid als mehrteilige Sommerlesung gesendet, gelesen vom Schauspieler Michael von Burg, unter der Regie von Buschi Luginbühl. Ende Oktober jährt sich die Russische Revolution zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass senden wir in der Schnabelweid vom 26. Oktober Auszüge aus dieser Lesung.
 
Buchtipp
  • Albert Bächtold: Pjotr Ivànowitsch. Meier Buchverlag Schaffhausen

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Buschi Luginbühl, Markus Gasser