Ticke Bäuche und ein Herz aus zerloffner Butter

Mit ihrem Debutroman «Jakobs Ross» erzählt Silvia Tschui in einem urigen Hochschweizerdeutsch eine gotthelfsche Geschichte voller Kraft und Magie.

«Jakobs Ross», erzählt von Silvia Tschui.
Bildlegende: «Jakobs Ross», erzählt von Silvia Tschui. ZVG

1869: Die junge Magd Elsie bohnert bei einem Textilfabrikanten die Böden.  Bei der Arbeit singt sie so wunderschön, dass sogar die Vögel im Flug stoppen. Das fällt nicht nur dem Herrschaftstöchterlein auf, sondern auch dem Direktor. Doch dieser ist nicht nur an ihrem Gesang interessiert. Um einen Skandal zu vermeiden, wird das Mädchen mit dem Rossknecht Jakob verheiratet. Damit ist der Traum von einer Gesangskarriere ausgeträumt.

Auffallend ist Sivlia Tschuis Erzählstil. «Jakobs Ross» ist gespickt mit eingedeutschten Mundart-Ausdrücken. Die Zürcher Autorin schreibt von einem «Hampflen Heu in der Schnörre», von der «nicht ganz geschmuchen» Eibe, wie jemand «ganz süferlig die Klinke truckt, bis der Spalt gnueg gross ist zum durenschielen». Oder vom «Goifer, wo im Maul zusammen geloffen ist». Die heimelige Sprache konterkariert die knüppeldicke Handlung.

Das Buch:
Silvia Tschui. Jakobs Ross. Nagel & Kimche, 2014.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Susanne Sturzenegger