Werdenberger Namenbuch: Hans Strickers langer Atem

17 Jahre lang hat Hans Stricker am Werdenberger Namenbuch gearbeitet. Nun ist es dafür gleich doppelt herausgekommen: als wissenschaftliche Ausgabe in acht Bänden und als Kompaktausgabe für die nameninteressierte Laien.

Werdenberg
Bildlegende: Werdenberg Keystone / Martin Ruetschi

Die Region Werdenberg liegt diesseits des Rheins direkt vor dem Fürstentum Liechtenstein. Sprachhistorisch ist das Gebiet interessant, weil hier vor rund 1000 Jahren eingewanderte Alemannen auf alteingesessene Romanen gestossen sind. Diesen (meist friedlichen) Zusammenstoss der Kultur lässt sich in der Namenlandschaft nachverfolgen.

Teil des St. Galler Namenbuchs
Dafür war Hans Stricker der richtige Mann am richtigen Ort. Der 73-jährige Namenforscher aus Grabs war Professor für Vergleichende Romanische Sprachwissenschaft der Uni Zürich. «Gerade die einheimische Namenlandschaft mit ihren vielen romanischen Reliktnamen hat mein Interesse für Sprachwandel und Sprachmischung geweckt», sagt er.
Bis in die 1980er Jahre war ein grosses St. Galler Namenbuch geplant. Das Projekt wurde jedoch begraben. Geblieben ist dank Hans Strickers langem Atem das Werdenberger Namenbuch. Es ist nunmit fast 13'000 aktuellen und historischen Flur-, Gelände-, Gewässer-, Berg-, Haus-, Weiler-, Dorf-, Strassen- und Wegnamen herausgekommen.

TIPP: Hans Stricker (Hg.): Werdenberger Namenbuch; Die Orts- und Flurnamen der Region Werdenberg mit den Gemeinden Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams, Sennwald. Eigenverlag 2017.
A. Wissenschaftliche Ausgabe, 8 Bände, ISBN 978-3-033-06195-8.
B. Kompaktausgabe, 1 Band, ISBN 978-3-033-06196-5.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Christian Schmutz