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Dreirosenbrücke «Früher waren die Anwohner toleranter»

Pascal Widmer, unser Livegast, erzählt von seinen Erfahrungen als Polizist in Kleinbasel

Pascal Widmer
Legende: Pascal Widmer SRF / Livia Vonaesch

«Die Erfahrung, welche wir bei unseren Patrouillen im Kleinbasel machen sind, dass die Jugendlichen oft an Orten nicht akzeptiert sind, da sie vielleicht etwas laut sind und Musik hören, welche nicht allen gefällt. Früher waren die Anwohner toleranter und es hiess dann einfach «Das sind halt noch Kinder» und man nahm in Kauf wenn es mal etwas lauter war.

Wenn wir eine Gruppe auf diese Probleme ansprechen und ihnen sagen, dass Anwohner reklamiert haben kommt oft die Frage, wieso die Anwohner sie den nicht direkt ansprechen würden. Hier denke ich, dass gerade ältere Leute Angst haben angegriffen oder beschimpft zu werden, wenn sie eine Gruppe ansprechen. In den Medien wird ja oft von Schlägereien und Angriffen auf Unschuldige berichtet. Hier spielt sicherlich auch die Angst vor dem Fremden eine gewisse Rolle. Wenn man den Jugendlichen jedoch zuhört und sich für sie interessiert sind sie sehr offen und erzählen auch von ihrer Kultur und Religion. Dies ist die Erfahrung welche wir als Polizisten, auch wenn wir in zivil unterwegs sind, machen.

Vorurteile und Hauptdelikte

Die Vorurteile gegen die Kleinbasler Jugendlichen kommen auch daher, dass hier viele Migranten leben. Jedoch ist ein grosser Teil der Täter nicht in Basel wohnhaft, sondern im angrenzenden In- und Ausland. Die Hauptdelikte, welche uns beschäftigen, sind bedrohen und beleidigen innerhalb der «neuen Medien». Viele Jugendliche sind sich nicht bewusst, dass dies auch strafbar ist. In unseren Präventionen zu den «neuen Medien», welche in allen Klassen der zweiten Oberstufe durchgeführt werden, versuchen wir die Jugendlichen zu sensibilisieren.

In der heutigen Gesellschaft ist eine Institution wie das Jugi Dreirosen sehr wichtig, da die Jugendlichen einen Rückzugsort haben, wo sie von Leuten betreut werden, welche sie ernst nehmen und ihnen helfen. Dies schätzen die Jugendlichen sehr.
Auch die Zusammenarbeit zwischen der Jugend- und Präventionspolizei und diesen Institutionen ist wichtig. So wurden auch schon gemeinsame Projekte mit dem Jugi Dreirosen lanciert und durchgeführt.»