Memo-Treff: Grossmutterpflichten

Emmi sitzt mit ihrer Schwiegertochter Ursula im Café. Ursula ist schon seit längerer Zeit unzufrieden. Sie ist neidisch auf ihren Ehemann Max, der jeden Tag seinem Beruf nachgehen kann. Sie selber erlebt zu Hause mit den Kindern eher «langweiligen» Stress.

Ganz und gar für die Kinder da zu sein, müsse eine Frau doch vollumfänglich befriedigen, ist Grossmutter Emmi überzeugt.
Bildlegende: Ganz und gar für die Kinder da zu sein, müsse eine Frau doch vollumfänglich befriedigen, ist Grossmutter Emmi überzeugt. colourbox

Emmi kann ihre Schwiegertochter nicht verstehen. Sie sieht es als ehrenwerte Aufgabe an, als Frau die gemeinsamen Kinder aufziehen zu können. Das sei doch etwas vom Befriedigensten, meint sie.

Natürlich liebe sie ihre Kinder, meint Ursula, aber sie möchte sich nicht nur einzig mit ihnen beschäftigen. Deshalb suche sie sich jetzt eine Arbeit und für die Kinder eine Tagesschule oder eine Kindertagesstätte.

So etwas wäre für Emmi nie und nimmer in Frage gekommen. Sie meint, man könne die eigenen Kinder doch nicht einfach fremden Menschen überlassen. Sie habe immer gewusst, wo sie als Frau hingehöre. Während dem ganzen Gespräch klaffen die Meinungen von Emmi und Ursula weit auseinander. Die zwei Generationen werden sich wohl nie einig sein.

Mitwirkende im Memo-Treff von 1992:
Valerie Steinemann als Emmi
Bettina Lindtberg als Ursula
Regie: Katja Früh

Autor/in: schb, Moderation: Martin Wittwer, Redaktion: Pia Kaeser