Memo-Treff: Wenn Erben an die Türe klopfen

Otto fühlt sich irgendwie vor den Kopf gestossen. Tritt doch tatsächlich sein Neffe an ihn heran und fragt, was er von ihm erben wird. Dreist! Man könnte es wie Karl auch pietätlos nennen. Immerhin lebt Otto ja noch. Aber eigentlich denkt der Neffe ja fortschrittlich.

Grundsätzlich steht allen Erben ihr Anteil zu. Es mag befremdlich wirken, wenn diese schon vor dem eigenen Ableben Wünsche äussern. Andererseits kann man so auch Ärger vermeiden.
Bildlegende: Grundsätzlich steht allen Erben ihr Anteil zu. Es mag befremdlich wirken, wenn diese schon vor dem eigenen Ableben Wünsche äussern. Andererseits kann man so auch Ärger vermeiden. colourbox

Immer dann wenn jemand stirbt, geht es erstmals ums Geld. Irgendwie ist es da ja erschreckend, dass Ottos Neffe schon jetzt Ansprüche erhebt. Jetzt, wo Otto noch topfit ist und mitten im Leben steht. Noch dazu ist die Beziehung zu seinem Neffen nicht gerade sehr eng.

Karl kann darüber nur den Kopf schütteln. Ursula ist beruhigt, da es bei ihr sowieso nichts zu holen gibt. Bei Otto aber geht es ums Haus, ums Vermögen oder um Wertsachen, die ihm persönlich am Herzen liegen.

Der beste Weg wäre es, man gibt seinen Angehörigen schon zu Lebzeiten ihren Anteil bekannt. Aber wer spricht schon gerne darüber? In dieser Hinsicht gesehen, handelt Ottos Neffe ja geradezu vorbildlich: er sagt frei heraus, was er denkt.

Ein «Memo-Treff» von 1991

Regie Katja Früh
Inigo Gallo als Karl
Ettore Cella als Otto
Lore Reutemann als Ursula

Autor/in: Daue, Redaktion: Katja Früh