Schweizer Cup: Neustart nach 43 Jahren

Am Mittwoch erfolgt mit den Sechzehntelfinals der Startschuss zum Schweizer Cup. Zum ersten Mal seit der Saison 1971/72 fordern dabei unterklassige Teams die Profi-Klubs. Besondere Brisanz versprechen diverse Kantons-Derbys.

Haben die Spieler von NLB-Klub Thurgau auch gegen Rekordmeister Davos Grund zum Jubeln?

Bildlegende: David gegen Goliath Haben die Spieler von NLB-Klub Thurgau auch gegen Rekordmeister Davos Grund zum Jubeln? EQ Images

Der bisher letzte Schweizer Cupsieger war der HC Genf-Servette in der Saison 1971/72. Die Westschweizer entschieden das Final-Hinspiel gegen den HC Ambri-Piotta zuhause vor vollen Rängen mit 2:0 für sich. Trotz einer 3:4-Niederlage auswärts in der Valascia sicherten sie sich schliesslich den Titel.

Nach einem Unterbruch von 42 Jahren wird der Cup-Wettbewerb nun wiederbelebt. Am Mittwoch erfolgt der Startschuss mit den Sechzehntelfinals. Dabei kommt es bisweilen zu Duellen zwischen Erstligisten und NLA-Klubs.

Kohler: «Auch grosse Klubs können straucheln»

Genau in diesen David-gegen-Goliath-Partien sieht Florian Kohler, CEO von Swiss Icehockey, den Reiz des Cups. «Gerade für die kleinen Klubs ist der sportliche Wert des Cups gross. Sie können sich zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder mit Profis messen und diese vielleicht auch ärgern. Gleichzeitig ist für die NLA-Klubs die Fallhöhe gross. Das verspricht Spannung.»

Die Hoffnungen, dass es beim Eishockey-Cup zu ähnlichen Überraschungen kommen könnte wie bei seinem Pendant im Fussball, werden jedoch vielerorts als unrealistisch betrachtet. Die Gefahr, dass angesichts der Klassen- und Qualitäts-Unterschieden schnell Langeweile einkehren könnte, sieht Koller jedoch nicht. «Es kann immer sein, dass ein grosser Klub strauchelt. Zudem glaube ich daran, dass in Sachen Stimmung richtige Eishockey-Feste entstehen können.»

Keine Experimente beim SCB

Bei den NLA-Klubs scheint man dem Cup unterschiedlich grosses Gewicht beizumessen. Während der SC Bern im Derby bei Erstligist Thun auf Experimente verzichtet und einzig Stammgoalie Marco Bührer eine Pause erhält, treten beispielsweise Davos und Zug nur mit der zweiten Garde an. Bei den Bündnern wird Trainer Arno Del Curto auswärts beim NLB-Klub Thurgau ebenso auf mehrere Teamstützen verzichten wie EVZ-Coach Harold Kreis beim Erstligisten Winterthur.

Derbys versprechen Brisanz

Obwohl die Favoritenrollen in den Sechzehntelfinals meist klar verteilt sind, bieten diverse Duelle einiges an Brisanz: Neben dem Berner Derby zwischen Thun und Bern stehen mit der Partie zwischen den ZSC Lions und dessen NLB-Partnerteam GCK Lions, zwischen den Kloten Flyers und Düberndorf (1. Liga) sowie zwischen Ambri-Piotta und Bellinzona (1. Liga) weitere Kantonsduelle an.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 01.10.14, 07:45 Uhr