Calgary: Die grösste Schweizer NHL-Kolonie

Mit Jonas Hiller, Sven Bärtschi und Raphael Diaz spielen gleich drei Schweizer beim NHL-Klub Calgary. Die Landsleute ergänzen sich im Kader der Kanadier glänzend und freuen sich über schweizerdeutsche Konversationen in der Garderobe.

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Das Schweizer NHL-Trio in Calgary

4:18 min, aus sportaktuell vom 4.12.2014

Am 2. November kam es in der NHL zu einer Premiere: Beim 6:2-Auswärtssieg der Calgary Flames gegen die Montreal Canadiens standen mit Jonas Hiller, Sven Bärtschi und Raphael Diaz auf der Seite der Gäste zum ersten Mal drei Schweizer für dasselbe Team auf dem Eis.

Hiller im harten Konkurrenzkampf

Ein solcher Schweizer Abend ist bei Calgary jedoch selten. Einzig Hiller, der im Sommer von den Anaheim Ducks zu den Flames gewechselt hat, kommt zu regelmässigen Einsätzen. Mit dem Finnen Karri Rämö hat jedoch auch der Appenzeller einen starken Konkurrenten, dem er immer wieder den Vortritt lassen muss. Mit dieser Situation kann er aber gut umgehen. Zumal Calgary derzeit einen guten Lauf hat. «Wenn man Erfolg haben will, braucht man zwei starke Goalies», erklärt Hiller.

Calgarys Raphael Diaz gratuliert seinem Goalie Jonas Hiller.

Bildlegende: Landsleute Raphael Diaz (Nr. 33) gratuliert seinem Goalie Jonas Hiller. EQ Images

Diaz: «Muss geduldig bleiben»

Bärtschi, der Anfang Oktober ins Farmteam abgeschoben wurde, und Diaz müssen derweil hart um ihre Einsätze kämpfen. Während Stürmer Bärtschi zuletzt regelmässig spielte, stand Diaz nur selten im Kader. «Es ist sicher nicht ganz einfach», erklärt der Verteidiger, der sich erst im Vorbereitungscamp einen Vertrag bei Calgary erkämpft hat. «Aber ich muss geduldig sein, weiter hart arbeiten und Schritt für Schritt nehmen.»

Ein Stück Heimat dank Landsleuten

In dieser schwierigen Situation kommt es Diaz umso mehr entgegen, dass er mit Bärtschi und Hiller zwei Landsleute als Teamkollegen hat. In der Garderobe unterhält sich das Trio auf Schweizerdeutsch. «Das ist ein Stückchen Heimat hier in Kanada», sagt Diaz.

Auch Hiller ist froh um seine Landsleute. Nach seinem vor allem in klimatischer Hinsicht radikalen Wechsel vom warmen Kalifornien ins bisweilen bitterkalte Calgary konnte er auf die Tipps von Bärtschi zählen. «Sven hat mir ein paar schöne Orte und gute Restaurants empfohlen. Da die Geschmäcker im Team sehr verschieden sind, sind Ratschläge von einem Schweizer umso wertvoller.»

Spässe auf Schweizerdeutsch

Darüber hinaus nutzen Hiller, Bärtschi und Diaz ihre gemeinsame Sprache auch, um sich ab und zu mit den Mitspielern ein Spässchen zu erlauben. «Einige sind schon recht verwirrt, weil sie nichts verstehen. Das nutzen wir dann aus, um auch mal unbemerkt einen kleinen Witz über jemanden zu machen», verrät Bärtschi.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 04.12.14, 18:45 Uhr

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