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National League Baltisberger: «Nun wird mehr von mir erwartet»

Als die ZSC Lions vor zwei Jahren den Meistertitel gewannen, gehörte Chris Baltisberger bei den Zürchern zu den Shootingstars. Im Playoff-Talk spricht der 22-jährige Angreifer über die gesteigerte Erwartungshaltung, seine physische Spielweise und inspirierende Berufskollegen.

Chris Baltisberger
Legende: Bereit Chris Baltisberger will im Final mit den Lions für Furore sorgen. EQ Images

TV-Hinweis

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Verfolgen sie das 2. Final-Spiel zwischen den Kloten Flyers und den ZSC Lions am Dienstag ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei oder im Livestream.

Chris Baltisberger, ein Zürcher Derby im Playoff-Final – aus hockeytechnischer Sicht kann es für einen Zürcher wohl kaum etwas Besseres geben?

Baltisberger: Auf jeden Fall, es ist unglaublich und sehr cool.

War für Sie schon immer klar, dass Sie für den ZSC spielen würden, wenn Sie den Sprung zum Hockeyprofi schaffen?

Ich habe als Junior in Urdorf angefangen. Und da dies ein Partnerteam der ZSC Lions ist, war der Fall schnell klar. Ich war aber sonst schon von klein auf ZSC-Fan.

In Ihrem Jugendklub spielte unter anderem auch Ihr Final-Gegner Romano Lemm. War er in seinem Werdegang ein Vorbild für Sie?

Sicher habe ich seine Karriere verfolgt, obwohl er von Urdorf schon früh zu den Kloten Flyers gewechselt hat. Es ist aber nicht so, dass ich ihn kennen würde. Und ich bin nicht einmal sicher, ob er mich kennt (lacht).

Sie sind bekannt dafür, harte Checks auszuteilen und dann zur Stelle zu sein, wenn physische Präsenz gefordert ist. Stört es Sie, auf diese Rolle reduziert zu werden?

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich darauf reduziert werde. Ich habe gezeigt, dass ich auch anders spielen kann. In den Playoffs ist die physische Spielweise schon mehr gefordert. Im Endeffekt muss ich so spielen, dass ich dem Team helfen kann.

Drittel für Drittel. Einsatz für Einsatz.

In welche Richtung soll Ihre Entwicklung weiterlaufen, erwarten Sie in Zukunft mehr Skorerpunkte?

Wenn ich meine Torproduktion noch erhöhen könnte, wäre das für mein Spiel sicher wertvoll. Von einem Stürmer werden schliesslich auch Treffer verlangt. Das ist aber ein Prozess, der Zeit und Geduld braucht. Ich bin auf jeden Fall zufrieden darüber, wie es läuft.

Vor zwei Jahren waren Sie beim Titelgewinn ein Shootingstar im Team. Wie sehen Sie sich jetzt im Mannschaftsgefüge?

Viel hat sich nicht geändert. Sicher wird mittlerweile mehr von mir erwartet. Aber so soll es ja auch sein. Damals war ich im Verlauf der Saison von den GCK Lions zu den ZSC Lions gestossen und hatte vor den Playoffs gerade mal 11 Spiele in der NLA absolviert.

Gibt es etwas, was Sie aus der Erfahrung von 2012 in die jetzige Finalserie mitnehmen konnten?

Ich habe gelernt, dass Geduld sehr wichtig sein kann. Das 1. Finalspiel hat wunderbar gezeigt, dass sehr kleine Dinge über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Man darf nicht zu weit vorausdenken und muss das Spiel auf Drittel für Drittel und Einsatz für Einsatz herunterbrechen.

Wir sind die Nummer 1 in Zürich.

Ihr Bruder Phil, der damals als 16-Jähriger ebenfalls in den Playoffs zum Einsatz kam, hat wie viele Schweizer Talente nach Nordamerika gewechselt und spielt nun bei Guelph Storm in der Nachwuchs-Liga OHL. War das auch mal ein Thema für Sie?

Nein, eigentlich nicht. Das hat wohl damit zu tun, dass ich mich später entwickelt habe als mein Bruder. Auch die Junioren-Nationalmannschaften waren nie ein Thema für mich, deshalb habe ich auch selber nie eine Möglichkeit gesehen, nach Nordamerika zu gehen.

Haben Ihre Eltern eine besondere Vorliebe für England oder Amerika, dass sie ihre Söhne Chris und Phil getauft haben?

Nicht für ein Land, aber für englische Musik. Soviel ich weiss, stand Chris de Burgh Pate bei meinem Namen. Bei meinem Bruder war es Phil Collins.

Sie trainieren im gleichen Fitnesscenter wie Alpin-Snowboarder Nevin Galmarini und kamen in der Spitzensport-RS mit Profis anderer Sportarten in Kontakt. Wie muss man sich da den Umgang unter «Seinesgleichen» vorstellen?

Es ist sehr interessant. Man lernt durch die Nähe mit anderen Sportlern neue Facetten der jeweiligen Sportarten kennen. Ausserdem ist es sehr inspirierend. Ich denke da gerade an Galmarinis Medaillengewinn in Sotschi. Wie er nach dem Rennen sagte, dass er wohl nicht der beste Fahrer im Feld gewesen sei. Aber dass er am härtesten gekämpft und den Erfolg am meisten gewollt habe. Das fand ich sehr beeindruckend.

Warum werden die ZSC Lions Meister?

Weil wir es am meisten verdient haben und die Nummer 1 in Zürich sind.

Zur Person

Chris Baltisberger debütierte in der Saison 2010/11 bei den ZSC Lions. Ein Jahr später gewann er mit den Zürchern die Meisterschaft, obwohl er zuvor vorwiegend beim Farmteam GCK Lions im Einsatz gestanden hatte. Seit 2012 gehört er fix dem Kader der ZSC Lions an. In 62 Spielen sammelte der 22-Jährige 11 Skorerpunkte (4 Tore).

1 Kommentar

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  • Kommentar von Silberling, Silberland
    In der Zeit bei Urdorf haben beide Lemm Brüder das Privileg genossen, dass sie jeweils eine Alterskategorie höher trainieren konnten da ihr Vater (Renato Lemm) zum Trainerteam gehörte. Ich hatte das Vergnügen mit beiden zu trainieren und es war schon damals ersichtlich das beide ihren Weg im Eishockey gehen können wenn nichts dazwischen kommt. Schön zu sehen das in Urdorf weiterhin Talente geschmiedet werden.
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