Collenberg: «Situation ist auch für mich unklar»

Franco Collenberg hat im Sommer mit seinem Wechsel von Fribourg nach Bern den nächsten Karriereschritt machen wollen. Statt sich beim SCB durchzusetzen, ist der Verteidiger aber seit Ende Oktober an Rapperswil ausgeliehen. Wie lange noch, weiss der 27-Jährige selber nicht.

Franco Collenberg fühlt sich am Obersee wohl.

Bildlegende: Freude wiedergefunden Franco Collenberg sorgt am Obersee wieder für positive Schlagzeilen. Keystone

Franco Collenberg, was für ein Start ins Jahr 2013: Der 1. Sieg nach zuvor 5 Niederlagen in Serie und dies ausgerechnet in Fribourg - beim Leader und ihrem letztjährigen Klub.

Collenberg: Ja, das war geil. Ich hoffe, dadurch ist bei uns der Knoten geplatzt. Vor der Meisterschaftspause hatten wir einige Partien, in denen wir gut spielten, aber nicht belohnt wurden. Umso schöner, dass es in Fribourg geklappt hat.

Die Differenz zu einem Playoff-Rang beträgt nach Verlustpunkten aber immer noch 11 Zähler...

Wir wollen nicht zu stark auf die Tabelle schauen. Wichtig ist, dass wir zurück auf der Siegesstrasse sind. Dort wollen wir bleiben. Abgerechnet wird sowieso erst am Schluss der Quali.

« Wir müssen Abby besser helfen. »

Will man in die Playoffs, muss die Abwehr kompakter werden. 140 Gegentore in 35 Partien bedeuten Liga-Negativrekord. Weshalb tut sich die Abwehr so schwer?

Daran müssen wir arbeiten, keine Frage. Aber in den letzten Partien war diesbezüglich eine Aufwärtstendenz zu erkennen. Wir müssen Abby (Lakers-Goalie David Aebischer - die Red.) besser helfen.

Hinzu kommt, dass in der Offensive nun die Feuerkraft eines Jason Spezza fehlt, der nach Nordamerika zurückgekehrt ist. Können die Lakers diese Lücke schliessen?

Sicher. Die letzte Partie hat dies schliesslich gezeigt. Juraj Kolnik machte beispielsweise ein Super-Spiel. Natürlich sind die Qualitäten eines Jason Spezza unbestritten. Wir werden versuchen, seine Absenz mit unserem Kollektiv zu kompensieren.

Seit dem 26. Oktober sind Sie vom SC Bern an den Obersee ausgeliehen. Fühlen Sie sich als Opfer des Lockouts, da Sie seit der Ankunft der NHL-Spieler Roman Josi und Mark Streit Ihren Platz verloren haben?

Eigentlich nicht. Ich versuche, das Beste daraus zu machen. Die Zeit in Rapperswil ist eine tolle Erfahrung für mich.

« Die Kultur beim SCB ist eine spezielle. »

Der Transfer von Fribourg nach Bern sollte ein bedeutender Karriereschritt werden. Man bekam als Aussenstehender aber das Gefühl, dass Sie beim SCB nie eine faire Chance erhielten. Täuscht diese Einschätzung?

Die Kultur beim SCB ist eine spezielle. Es gibt einen Kern an Spielern, der schon sehr lange dort ist. Und die Führung vertraut auf diese Qualitäten, was ich absolut nachvollziehen kann. Es macht den Anschein, als habe ich mich nicht genügend aufdrängen können.

Zunächst hiess es, dass Sie die Lakers für 5 Spiele verstärken, dann bis Ende Jahr und jetzt sind Sie noch immer dort. Hängt die Rückkehr nun nur noch vom Ende des NHL-Lockouts ab?

Die Situation ist auch für mich etwas unklar. Der jetzige Stand ist, dass ich sicher für 4 weitere Spiele in Rapperswil bleibe. Danach muss die Lage neu beurteilt werden.

Aber die Freude am Eishockey ist an der neuen Stätte zurückgekehrt?

Auf jeden Fall. Es liegt in der Natur jedes Sportlers, Teil einer Gruppe sein zu wollen und etwas bewirken zu können.

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Eishockey: Franco Collenbergs kurioser Treffer gegen Davos

0:18 min, vom 4.12.2012

Zur Person

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Der Churer Franco Collenberg trug von 2008 bis 2012 das Trikot von Fribourg-Gottéron. In der Saanestadt gelang ihm der Durchbruch in der NLA. Im Sommer folgte der Wechsel zum SCB, wo der 27-jährige Verteidiger jedoch auch aufgrund des NHL-Lockouts keinen Stammplatz erhielt. Seit dem 26.10.12 ist Collenberg an Rapperswil-Jona ausgeliehen.