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National League Greg Mauldin: «Mr. T ist mein Vorbild»

In seiner ersten Saison mit Fribourg könnte Greg Mauldin auch gleich seinen ersten Titel holen. Im Playoff-Talk blickt der 30-jährige Amerikaner auf die beiden verlorenen Partien gegen Bern zurück und erklärt, wie er zu seiner Frisur kam.

Greg Mauldin, am Samstag fehlte nur ganz wenig und Fribourg hätte die Final-Serie auf fremdem Eis ausgleichen können. Hat Sie diese Niederlage besonders frustriert?

Mauldin: Absolut. Wir hatten einen 2-Tore-Rückstand in einem 3:2-Vorsprung verwandelt und das Momentum klar auf unserer Seite. Es war äusserst bitter und ein Schock, das Spiel dann doch noch zu verlieren.

Nach 34 Sekunden im Schlussdrittel schoss Bern das Game-Winning-Goal und bereits im 1. Drittel kassierte Gottéron früh 2 Tore. War das Team mental nicht bereit, als es jeweils aus der Kabine gekommen ist?

Na ja, das letzte Tor kassierten wir mit dem Ende einer Strafe. Ich denke schon, dass wir ready waren, als wir das Eis betraten. Wir haben die Partie am Samstag auch nicht unbedingt wegen diesem Powerplay-Tor verloren. Wir hätten vorher mehr Tore schiessen müssen - oder zumindest unsere Chancen im 3. Abschnitt nutzen.

Coach Hans Kossmann stellt die Linien sehr oft um, Sie spielen immer wieder mit anderen Sturmpartnern. Ist dies ein Grund, wieso Sie in den Playoffs mit nur 2 Toren bislang nicht in die Gänge gekommen sind?

Für mich ist das part of the game. Und es gehört zu meinem Job, verschiedene Rollen einzunehmen. Das ist sicher nicht immer einfach. Ich versuche, oft in den Abschluss zu gehen, aber zuweilen fehlte auch ein wenig das Glück.

Sie mögen zwar nicht die meisten Tore erzielt haben, haben aber mit Sicherheit eine der verrücktesten Frisuren auf Schweizer Eis. Ist das Ihr ganz spezielles Playoff-Ding?

Nein, eine Playoff-Tradition ist das nicht. Ich habe das einmal bei den Junioren, als ich 13 Jahre alt war, getan. Denn ein Playoff-Bart wuchs mir damals natürlich noch nicht. Dieses Jahr habe ich mir wieder ein besondere Playoff-Frisur zugelegt und den Leuten gefällt es. Viele meiner Teamkollegen zogen nach.

Das soll keine Beleidigung sein. Aber Sie sehen ein wenig aus wie B.A. Baracus aus der TV-Serie «A-Team».

(lacht) Das soll es auch, das ist Absicht. B.A., oder «Mr. T», ist frisurtechnisch mein Vorbild!

Hier hat man jeden Abend sein eigenes Bett
Autor: Greg Mauldin

Sie haben in College-Ligen, in der AHL, der NHL und in Schweden gespielt. Wie gefällt es Ihnen nun hier in der Schweiz?

Es gefällt mir sehr gut. Es ist ganz anders als in den Staaten. Hier hat man jeden Abend sein eigenes Bett und ist nicht, wie manchmal in Nordamerika, tagelang «on the road». Ich habe im November um 2 weitere Jahre verlängert. Das hätte ich nicht getan, wenn ich mich hier nicht wohl fühlen würde.

Fribourg ist bekannt für seine lauten Fans. Haben Sie so etwas bei anderen Klubs schon erlebt?

Höchstens während meiner Zeit bei den Colorado Avalanche, wo jeweils 18'000 Zuschauer den Partien beiwohnten und es auch sehr laut werden konnte. Aber was die 7000 Zuschauer in Fribourg veranstalten, ist schon speziell. Ich habe mir vor meinem Wechsel YouTube-Videos aus Fribourg angeschaut. Das hat mich beeindruckt und mir einem Vorgeschmack gegeben.

Und jetzt könnten Sie mit Gottéron den ersten Titel in Ihrer Karriere holen. Welche Chancen geben Sie sich noch und was muss besser werden, damit es doch noch mit dem Finalsieg über Bern klappt?

Ich glaube natürlich noch daran, dass wir das Blatt wenden können, denn viel fehlt nicht. Es sind kleine Details, die es zu verbessern gilt. Wir müssen uns Chancen erarbeiten und das Glück erzwingen.

Zur Person

Zur Person

Greg Mauldin (10.06.1982) stammt aus dem US-Bundesstaat Massachusetts. 2002 wurde er von den Columbus Blue Jackets gedraftet, ein Jahr nachdem er in der Eastern Junior Hockey League zum «MVP» ausgezeichnet worden war. Der Stürmer absolvierte NHL-Partien für Columbus (6 Spiele), die New York Islanders (1) und Colorado (29).