Joggi: «Das ist mühsam und regt mich auf»

Rekordmeister Davos spielt heute gegen Meister ZSC Lions in Spiel 7 um den Halbfinal-Einzug. HCD-Haudegen Mathias Joggi spricht im Playoff-Talk über die Schiedsrichter, die Absenz von Reto von Arx und seinen Stammklub EHC Biel.

Mathias Joggi war früher Stürmer, jetzt ist er Verteidiger.

Bildlegende: Sturm und Drang Mathias Joggi war früher Stürmer, jetzt ist er Verteidiger. EQ Images

Mathias Joggi, Davos hat am Donnerstag den 2. Matchpuck vergeben. Wieso ist es in den ersten beiden Dritteln nicht gelungen, mehr Druck auf die ZSC Lions auszuüben?

Joggi: Zürich begann sehr gut und überraschte uns vielleicht ein wenig, so dass wir nicht umsetzen konnten, was wir wollten. Zudem bremsten uns die Strafen aus.

Davos hat in den letzten beiden Duellen deutlich mehr Strafen kassiert als die Lions. Sie selbst sind ja auch kein Kind von Traurigkeit. Hat Arno Del Curto der Mannschaft im Hinblick auf das 7. Spiel ins Gewissen geredet?

Strafen sind durchaus ein Thema. Es geht vor allem darum, die «dummen» Strafen zu verhindern. Das wurde angesprochen und ist uns auch bewusst. Aber eben, manche Schiedsrichter machen es uns nicht einfach. Das ist mühsam und regt mich auf. Obwohl man über die Schiris nicht zu sprechen braucht, denn ändern kann man damit ja nichts.

Der HCD kassierte in der Viertelfinal-Serie bislang 36 Zweiminuten-Strafen, die Lions deren 24. Fühlen Sie sich benachteiligt?

Natürlich. Man fühlt sich immer benachteiligt. Wäre es umgekehrt, dann würde sich der «Z» benachteiligt fühlen. Aber ich finde es komisch, dass ein solches Missverhältnis besteht. Besonders in den letzten beiden Spielen.

« Von Arx fehlt überall »

Dazu kam, dass in den letzten beiden Partien Reto von Arx fehlte. Wie schwer wiegt sein Ausfall und wo fehlt er der Mannschaft?

Er fehlt überall. Er leistet Unglaubliches für das Team und es ist nicht einfach, ihn zu ersetzen. Er kann ein entscheidendes Tor erzielen oder ein entscheidendes Gegentor verhindern. Er gibt nie auf und geht mit dem Kopf durch die Wand, wenn es sein muss. Seine Präsenz ist extrem wichtig.

Ist damit zu rechnen, dass er bald wieder dabei ist?

Ich weiss nicht, ob er in Zürich eventuell schon wieder mittun kann. Das muss er selbst entscheiden.

Davos hat seit Einführung der Playoffs noch nie ein 7. Spiel verloren. Macht diese Statistik Mut für heute Abend?

Wir dürfen uns nicht auf eine Statistik verlassen, denn es gibt immer ein erstes Mal. Aber wir werden alles dafür tun, um diese Statistik aufrecht zu erhalten.

« Da wird der Zusammenschluss der Liga deutlich »

Auch alle anderen Duelle werden im 7. Spiel entschieden. Hätten Sie dies erwartet?

Das habe ich wirklich nicht erwartet. Doch es zeigt, wie nahe die Teams in der Liga eigentlich zusammenliegen, was in der Qualifikation oftmals nicht so ersichtlich ist. Bern und Fribourg zeigten eine souveräne Quali und mühen sich nun gegen den Siebten und Achten ab. Da wird der Zusammenschluss der Liga deutlich.

Welche Serie überrascht Sie am meisten?

Das Bieler Aufbäumen hat mich überrascht. Da dachte ich, dass diese Serie nach spätestens 6 Spielen zu Ende ist. Aber für Biel ist das natürlich toll.

Haben Sie als Ex-Bieler noch Sympathien für den Klub aus dem Seeland, woher ja auch Sie selbst stammen?

Die meisten Spieler, mit denen ich in Biel zusammen gespielt habe, sind unterdessen weg. Aber man verfolgt seinen Stammklub natürlich immer ein bisschen und ich habe mich auch darüber gefreut, dass es der EHCB in die Playoffs geschafft hat. Aber damit hat es sich dann auch, schliesslich muss ich mich auf meinen Job hier konzentrieren.

Letzte Frage: Wieso entscheidet Davos die Serie gegen die Lions für sich?

Weil wir 100 Prozent...nein, weil wir 101 Prozent geben, 60 Minuten kämpfen, hart spielen und versuchen werden, die Lions zu dominieren. Wir wollen in den Halbfinal!

TV-Hinweis

TV-Hinweis

SRF zwei zeigt Spiel 7 zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos heute ab 20.00 Uhr live. Sie können die Partie auch im Livestream mitverfolgen.

Zur Person

Zur Person

Mathias Joggi begann als Junior beim EHC Biel Eishockey zu spielen und hielt den Seeländern bis 2006 die Treue. Danach absolvierte der 27-Jährige 3 Saisons bei den SCL Tigers, ehe 2009 der Transfer zum HCD erfolgte, wo ihn Arno Del Curto vom Stürmer zum Verteidiger umfunktionierte. 2011 wurde er mit den Bündnern Meister.