Seger: «Crawford bringt Emotionen ins Spiel»

Mathias Seger hat mit den Lions am Dienstag den vorzeitigen Einzug in den Playoff-Final verpasst. Im Playoff-Talk vor Spiel 7 gegen Genf spricht der ZSC-Captain über Verbesserungspotenzial, Trainer Marc Crawford und seine Methode zum Abschalten.

Mathias Seger läuft seit 1999 für den ZSC auf.

Bildlegende: Leaderfigur Mathias Seger läuft seit 1999 für den ZSC auf. EQ Images

Mathias Seger, der ZSC steht in diesen Playoffs bereits zum 2. Mal vor dem entscheidenden 7. Spiel. Das letzte Mal ist es mit dem 1:0 gegen Lausanne gerade noch gut gegangen. Wie stellen Sie sich auf die Partie gegen Genf ein?

Seger: Eigentlich ganz normal. Man darf sich nicht zu viele Gedanken machen, dass es Spiel 7 ist. Wir müssen einfach unser Eishockey spielen. Wir wissen, was wir besser machen und unternehmen müssen, um das 7. Spiel zu gewinnen.

Was ist das konkret?

Wir müssen versuchen, weniger Fehler zu machen und ihnen weniger Chancen zuzugestehen. Wir dürfen Genf keine Geschenke machen. Wir sollten uns aber auch bewusst sein, dass wir sehr viel besser spielen müssen, um eine Chance zu haben. Genf hat sehr viele Qualitäten. Wir müssen wieder wie im letzten Heimspiel auftreten.

Für Sie persönlich sind solche Showdowns nichts Neues. Wir haben mal nachgezählt: In Ihrer Zeit beim ZSC mussten die Lions 9 Mal in eine «Belle», 6 Mal haben sie gewonnen. Macht das Mut?

Nein, jede Serie hat ihre eigenen Gesetze und hört individuell auf. Sicher sammelt man Erfahrungen, die man mitnehmen kann. Aber letztendlich hilft es nicht allzu viel.

Können Sie den unerfahreneren Spielern dennoch Tipps mit auf den Weg geben?

Alle wissen, dass dieses Spiel das wichtigste der ganzen Saison wird und alle werden topmotiviert sein. Jeder weiss, was er tun muss. Von daher braucht es keine Tipps.

In der Halbfinal-Serie gegen Genf scheint das 1. Tor vorentscheidend – es gewann immer diejenige Mannschaft, die in Führung ging. Können Sie sich das erklären? In der Qualifikation siegte der ZSC des Öfteren auch nach Rückständen…

In dieser Serie ist es uns tatsächlich noch nicht gelungen, nach einem Rückstand zurückzukommen. Doch auch wenn wir am Donnerstag in Rückstand geraten sollten, müssen wir die Geduld bewahren. Aber in Playoff-Spielen ist es immer so knapp, da ist das erste Tor extrem wichtig.

Ihr Trainer Marc Crawford ist als aufbrausender Typ bekannt – wie muss man ihn sich in der Garderobe vorstellen?

Er ist sicherlich ein sehr emotionaler Trainer, aber das ist auch gut so. Wir sind es uns in unserem Sport gewohnt, dass viele Emotionen im Spiel sind und dass gewisse Dinge angesprochen werden müssen. Crawford ist sicher einer, der das sehr direkt macht. Wir - die Mannschaft und er - kennen uns mittlerweile gut genug und können damit umgehen. Es ist gut, dass auch er versucht, Emotionen ins Spiel zu bringen.

Sie sind bereits 36 und haben eine Familie. Entspannen Sie sich an einem spielfreien Tag mit den Kindern?

Ja, wie man hört (lacht, Kinderstimmen im Hintergrund). In den Playoffs ist es immer wichtig, dass man sich ein wenig vom Eishockey distanzieren und den Kopf lüften kann. Es ist sicher ein Vorteil, wenn man Kinder hat, dann ist man schnell wieder in einer anderen Welt. Das ist meine Methode. Ich geniesse die Zeit mit den Kindern sehr.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen sie das 7. Spiel zwischen den ZSC Lions und Genf-Servette am Donnerstag ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei oder im Livestream.

Zur Person

Mathias Seger trägt seit 1999 das Trikot der ZSC Lions. Zuvor spielte der 36-jährige Flawiler für die Rapperswil-Jona Lakers. Der Verteidiger gewann 2013 mit der Nationalmannschaft WM-Silber und ist Rekordnationalspieler.