Von der Emme ans Landwasser - und nicht mehr zurück

Jan von Arx ist der dienstälteste Spieler beim HC Davos. Seit 18 Jahren ist der Emmentaler ein sicherer Wert in der Defensive des Klubs aus dem Landwassertal.

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Jan von Arx im Porträt («sportaktuell» vom 18.12.2013)

3:17 min, vom 18.12.2013

«Wenn nicht alle Stricke reissen, werde ich hier oben alt.» Das Commitment von Jan von Arx zum Landwassertal ist stark. Auch wenn der 35-Jährige sein Karrierenende nicht plant und schon gar nicht die berufliche Tätigkeit danach, ist für ihn klar, wo er seine Zukunft langfristig verbringen möchte.

Die grosse Ära unter Arno Del Curto

Fast 900 NLA-Spiele hat Jan von Arx für den HC Davos bestritten. 1995 war er mit seinem Brunder Reto aus dem Emmental ins Bündnerland gekommen - damals stand noch Mats Waltin an der Bande des HCD. Ein Jahr später übernahm Arno Del Curto. «Von da an spielte ich regelmässig», erklärt Von Arx, der sich an seine erste Partie beim HCD gar nicht erinnern kann.

Für den HCD begann eine neue Ära. Im Jahr 2000 durften die Bündner den ersten Gewinn des Spengler Cups nach 42-jähriger Durststrecke bejubeln, zwei Jahre später schwang der Rekordmeister erstmals seit 1985 in der NLA wieder obenaus. «Der Sieg im Hallenstadion gegen die ZSC Lions war wohl der schönste Moment meiner Karriere. Wir führten früh entscheidend und wussten: Das geben wir nicht mehr Preis», schwärmt Von Arx.

Zwei zerbrochene Scheiben und ein Joint

Während sein Bruder Reto in der Offensive für Akzente sorgte, war Jan von Arx stets der fleissige und zuverlässige, aber wenig auffällige Arbeiter in der Verteidigung.

Dafür liess es der jüngere von Arx neben dem Eis schon mal krachen - im wahrsten Sinn des Wortes. 2002 gingen in einer Nacht das Schaufenster eines Coiffeur-Salons und die gläserne Tür einer Disco zu Bruch. In Davos verzieh man dem Emmentaler derlei Gebaren, auch, weil der HCD-Crack gerade stand und sich bei den Geschädigten in aller Form entschuldigte.

2006 blieb Von Arx in einer Doping-Kontrolle hängen, weil er auf einer Party Cannabis geraucht hatte. Die sechs Monate dauernde Sperre war eine der schwierigsten Zeiten seiner Karriere: «In der Rolle des Zuschauers drehe ich bei einem Eishockeyspiel fast durch. Der Drang, auf das Eis zurückzukehren, ist unheimlich stark».

Solange der Körper mitmacht

Auch die zweite Hälfte der letzten Saison erlebte Von Arx als Beobachter, Hüftschmerzen machten eine Operation notwendig. Vielleicht war dies ein erstes Signal des Körpers, dass sich eine grosse Karriere langsam aber sicher ihrem Ende nähert.

«Ich habe noch einen Vertrag bis 2015. Wie lange ich spiele, hängt von meiner Leistung und Konstitution ab», sagt Von Arx. Klar ist nur eines: Vom Landwasser weg will er am liebsten gar nie mehr.