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Eishockey-WM Final-Schiedsrichter Stricker: «Man macht nie alles richtig»

Daniel Stricker hat seine zweite Eishockey-WM als Headschiedsrichter absolviert. Nach dem Final zwischen Schweden und Kanada beschäftigte ihn eine Szene ganz besonders.

Legende: Video Daniel Stricker: Der Schweizer im WM-Final abspielen. Laufzeit 2:51 Minuten.
Aus sportaktuell vom 22.05.2017.

Als Linienrichter hat Stricker bereits mehrere WM-Einsätze hinter sich. An den Titelkämpfen in Köln und Paris war er nun das zweite Mal als Headschiedsrichter dabei. Dass der Final zwischen Schweden und Kanada in die Overtime ging und schliesslich erst im Penaltyschiessen entschieden wurde, war auch für den erfahrenen 41-Jährigen speziell.

Legende: Video Stricker: «Es sind gemischte Gefühle» abspielen. Laufzeit 2:24 Minuten.
Vom 22.05.2017.

Eine Overtime sei eine sehr grosse Herausforderung, sagt er. «Beide Mannschaften riskieren zwar nicht mehr ganz so viel, aber bei jedem Pfiff besteht dann das Risiko, dass eine Mannschaft daraus Profit ziehen kann», erklärt Stricker.

«Da fühlt man sich betrogen»

Eine Szene, über die sich Stricker nachträglich besonders ärgerte, hatte sich nicht in der Overtime, sondern gleich zu Beginn des Schlussdrittels ereignet. Für ein vermeintliches Vergehen an Travis Konecny schickte Stricker Elias Lindholm auf die Strafbank – und prompt gelang Kanada in Überzahl der Ausgleich.

Das gehört nicht ins Hockey. Nicht einmal ins Training.
Autor: SRF-Experte Weibel
Legende: Video Konecnys Schwalbe – Weibels Klartext abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Vom 22.05.2017.

«Ich hatte den Eindruck, dass er am Kinn getroffen wird», beschreibt Stricker die Szene. «Aber es trifft ihn an der Brust und er macht eine für Kanada eher untypische Showeinlage», so Stricker, nachdem er die Bilder gesehen hatte. «Das ist schon bitter für den Schiedsrichter, man fühlt sich betrogen.»

Für Experte Weibel ist der Fall klar

Auch SRF-Experte Lars Weibel hat zur Schauspieleinlage von Konecny eine klare Meinung. «Das gehört nicht nur nicht in einen WM-Final, sondern überhaupt nicht ins Hockey. Nicht einmal ins Training. Das ist klarer Betrug», so der ehemalige Torhüter.

Ihre Meinung ist gefragt!

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.05.2017, 20:00 Uhr

4 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Der Kanadier wird vor allem deswegen getroffen (wo sollte hier keine Rolle spielen), weil er dem Schweden beim Wechsel absichtlich auf den Stock springt/tritt. Der Schwede kommt danach aus dem Gleichgewicht und deswegen hebt sich sein Stock, ergo selberschuld.
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    1. Antwort von Hans Anreiner (Hans.Anreiner)
      Alles richtig, die Schauspielerei geht aber echt gar nicht. Trotzdem ist im Hockey jeder für seinen Stick verantwortlich, folgedessen spielt die Herleitung eines hohen Stockes überhaupt keine Rolle. Dumm gelaufen oder nicht...
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Danke an ALLE srf-Kommentatoren für ihre klare und eindeutige Stellungnahme zur Showeinlage. Danke auch dafür, dass m.E. die Kommentare sachbezogen und - auch wenn nicht immer einverstanden damit - fundiert und verständlich waren. Ebenfalls danke für die Abkehr von der während den CH-Playoffs praktizierten "sprechenden Uhr", die trotz Einblendung alle paar Sekunden die gespielte oder verbleibende Spielzeit zum Besten gab. Viel Verbesserungspotenzial hat allerdings der Pauseninterviewer.
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  • Kommentar von Jens Mueller (Jens Mueller)
    Aber hallo das war ja klar keine Strafe. War ja nicht irgend eine knappe Sache oder so.
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