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WM Mark Streit: Nach dem Marathon die Herzensangelegenheit

Mark Streit treiben eine unermüdliche Energie und ungebrochene Freude am Eishockey mit 37 Jahren zur 13. WM-Teilnahme an. Zudem orientiert sich der Berner an einer anderen Einstellung: «In Amerika gibt es nicht alte und junge Spieler, sondern nur gute und nicht gute.»

Legende: Video Auf Mark Streit wartet zum Dessert die WM abspielen. Laufzeit 4:58 Minuten.
Aus sportpanorama vom 26.04.2015.

Mark Streit verfolgte die WM schon als kleiner Junge vor dem TV. «Ich war begeistert und habe die Schweiz unterstützt», blickt er zurück und ergänzt, «das ist mit 37 Jahren nicht anders.»

Weil den Berner NHL-Star ein solch einzigartiger Enthusiasmus auszeichnet, gepaart mit vorbildlicher Professionalität, kehrt er in Tschechien auf die WM-Bühne zurück. Nach 2 verpassten Weltmeisterschaften, aber bereits einem Dutzend absolvierter Turniere, total 81 Partien sowie 40 Skorerpunkten. Seit seinem Debüt sind schon 17 Jahre vergangen.

Porträt-Aufnahme von Mark Streit aus dem Jahr 1998.
Legende: Vor 17 Jahren Mark Streit anno 1998 – im Jahr seines WM-Debüts. Keystone

Die Ferien können warten

Eine Altersfrage sei eine WM-Teilnahme ohnehin nicht. «Denn in Amerika gibt es nicht alte und junge Spieler, sondern nur gute und nicht gute», kontert er schlagfertig.

Für eine Verlängerung der Saison mit der Nationalmannschaft sprechen eine Reihe anderer Gründe. Das wichtigste und gleichzeitig relevanteste Motiv: Streit verspürt nach wie vor Energie. Nachdem für den Verteidiger der Philadelphia Flyers die Meisterschaft bereits mit der Regular Season zu Ende gegangen war, machte er folgende Auslegeordnung: «Ich war natürlich frustriert. Gleichzeitig fühlte ich, dass ich mental noch frisch und körperlich in ausreichender Verfassung für eine WM bin.» Zudem sei es für einen Eishockeyaner etwas früh, schon im April Ferien zu machen.

Leader und Vorbild

Streit nennt Glen Hanlon als weiteren Faktor. Er sei angetan vom neuen Nationaltrainer, von dessen Persönlichkeit und Stil, die Mannschaft zu führen. Die Achtung ist gegenseitig. So machte der Kanadier seinen Schützling zum Captain, weil er eine unbestrittene Leaderfigur ist und Vorbildfunktion hat.

Nach dem NHL-Marathon mit 82 Partien und der ständigen Reiserei sei es nicht selbstverständlich, dass sich ein Spieler zur Nati bekenne. «Darum sind wir dankbar für seinen Entscheid», sagt Hanlon, «er wird unser Team zu einem besseren machen.»

Legende: Video «Prag 2004 ist mir in bester Erinnerung» abspielen. Laufzeit 4:59 Minuten.
Vom 27.04.2015.

Schliesslich übt das Gastgeberland einen besonderen Reiz auf Streit aus, schon 2004 bestritt er in Prag eine WM. Damit verbindet er beste Erinnerungen – und zwar ganzheitlich betrachtet. «Wir hatten eine gute Mannschaft, die Stadt bietet viel, die Infrastruktur ist vorzüglich und die Fans sind begeisterungsfähig», schwärmt er. Und Euphorie ist genau das, was Streit mit 37 Jahren noch antreibt.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 26.04.15 18:15 Uhr

Streits WM-Teilnahmen

Jahr
Austragungsland
KlassierungAnzahl Einsätze
1998
Schweiz4. Rang
9 Spiele
1999Norwegen8. Rang
6 Spiele
2000Russland
6. Rang
7 Spiele
2001Deutschland
9. Rang
6 Spiele
2002Schweden10. Rang
6 Spiele
2003Finnland8. Rang
7 Spiele
2004Tschechien8. Rang7 Spiele
2005Österreich8. Rang7 Spiele
2006Lettland9. Rang
6 Spiele
2007Russland8. Rang7 Spiele
2009Schweiz9. Rang
6 Spiele
2012Finnland/Schweden11. Rang
7 Spiele

11 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schiebler, Aarau
    Da kann sich, Roman Wick, ein Beispiel nehmen. Der hat mit 28 seinen Nati-Rücktritt gegeben. Als Schweizer Hockey Präsident, hätte ich Wick, die Hockeylizenz entsogen. Vielen Dank Mark, für deinen Einsatz; Hopp Schwiiiiz.
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    1. Antwort von Gysler A, VD
      @Schiebler: wie können Sie nur einen solchen Blödsinn rauslassen! Wenn Wick nicht mehr für die Nati spielen will, ist es sein freier Entscheid und er hat damit nichts "verbrochen", dass man ihm die Hockeylizenz entzieht (sicher nichet "entsogen" - schauen Sie auf Ihre Orthographie!). Sicher ist Streit ein Vorbild für alle Jungen und dass er sich nochmals für die Nati z.V. stellt, hat sich bereits ausbezahlt, hat der doch im 1. Frankreich-Spiel das 1:0 geschossen.
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  • Kommentar von Michel, Basselland
    Mark Streit sollte für jeden jungen Eishockeyspieler ein Vorbild sein. Ich selber bin Fussballer aber für mich ist Mark Streit ein Idol. Was er alles erreicht hat ist beeindruckend und er bleibt stets am Boden. Super Mark mach noch lange weiter so.
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  • Kommentar von Mischa, Frutigen
    Versteht mich nicht flasch bitte, aber Streit ist einer der überbewertesten Spieler in der Schweiz (rede nicht von der NHL, auf dem engen Feld sieht das ganz anders aus).. Hoffe die Horror-Tage von Simpson sind endgültig gezählt, wo der erste und zweite Block hauptsächlich aus Mark Streit bestand.... und wenn es nicht lief spielte er eben im dritten und vierten Block ebenfalls. Der einzige der solche Einsätze bewältigen könnte wäre wahrscheinlich Roman Josi!!
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    1. Antwort von F. Limacher, Zürisee
      Ich bin der absoluten Überzeugung, dass ein Profi im Format "Mark Streit" die Eisfeldgrösse mit links wegsteckt !!! Er ist eine absolute Bereicherung für das Schweizer-Team ...
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    2. Antwort von Kurt Gfeller, Kloten
      Seien wir doch froh dass sich Streit zur Verfügung stellt. Ist nach einer so langen Saison in der NHL nicht selbstverständlich. Ich kann Ihre Aussage nicht verstehen. Wenn Sie schon keine Ahnung von Hockey haben besser keine Berichte schreiben und Halma spielen.
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    3. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Mischa: Sportler werden in der CH ganz allgemein überbewertet - teilweise für eine zufällige einzelne Topleistung. Dies ganz im Gegensatz zum normalen Büezer, welcher primär ein Kostenfaktor ist und kaum gelobt wird. Andererseits ist der Streit schon einer der begabtesten Verteidiger (auch in der NHL) und, er war halt der "NHL-Eisbrecher" für die jüngeren hiesigen Talente wie Josi. So gesehen ist die Hochjublerei unnötig, aber gerade noch erträglich. Dies ganz im Gegensatz zu den Skifahrenden.
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    4. Antwort von Daniel Schiebler, Aarau
      @mischa. Geb dir Recht. Aber im Gegensatz zu Roman Wick (28), kämpft er noch für Vaterland. Das Problem, bei Streit, sind die grösseren Hockeyfelder, als in den USA. Gerade mit 35-40 merkt Mann, es noch mehr. Wick, sollte man auf Lebzeiten sperren, fürs Hockeyspielen.
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    5. Antwort von Peter Meier, Zürich
      @Adrian Flükiger: Von wegen 'er war halt der "NHL-Eisbrecher"': Jetzt ist er ja nicht mehr erfolgreich in der NHL? Hat nicht am zweitmeisten Eiszeit aller Schweizer Feldspieler und eine Leaderrolle bei Philadelphia? Mir scheint, Sie haben nicht wirklich eine Ahnung von was Sie sprechen...
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