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Nach Out der Eishockey-Nati Geblendet von der Vorrunde und die Frage nach dem Trainer

Nach 7 Siegen ist für die Hockey-Nati an der WM in Finnland im Viertelfinal Schluss. Das Scheitern wirft Fragen auf.

Patrick Fischer gibt Anweisungen an seine Spieler.
Legende: Mussten eine Enttäuschung einstecken Patrick Fischer und seine Spieler. imago images/ActionPictures

Als Gruppensieger mit der makellosen Bilanz von 7 Siegen in 7 Spielen war die Schweiz an der WM in Finnland in die Viertelfinals eingezogen. Dort bedeuteten die USA aber bereits Endstation. Angesichts der zuvor in diesem Turnier erreichten Resultate ist dieses abrupte Out eine grosse Enttäuschung.

Die Schweiz wurde vor dem Duell mit den US-Amerikanern wegen den starken Auftritten in Helsinki vielerorts als Favorit angesehen. Nun muss man sich aber die Frage stellen, ob der Durchmarsch der Nati nicht auch mit der schwächeren Gruppe A zusammengehangen hat.

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Archiv: Schweiz scheitert im WM-Viertelfinal an den USA
Aus Sport-Clip vom 26.05.2022.
abspielen. Laufzeit 5 Minuten 25 Sekunden.

3 Halbfinalisten aus der Gruppe B

Nach dem Ausschluss von Russland – Frankreich rückte nach – war mit Kanada nur noch eine der Topnationen im Schweizer Pool vertreten. In der Gruppe B sah es in dieser Hinsicht mit Finnland, Schweden, Tschechien und den USA ganz anders aus.

Ein Blick auf die Halbfinalisten unterstreicht, dass die Gruppe B die Gruppe A in den Schatten stellt. Zwar schaffte Kanada gegen Schweden wundersam noch die Wende und damit den Vorstoss unter die besten Vier. In den anderen Viertelfinals setzten sich aber Tschechien, Finnland und die USA durch.

Das alles soll die Leistungen von Nico Hischier und Co. in der Vorrunde keineswegs schmälern. Es zeigt aber, dass der Durchmarsch wohl über die wahren Kräfteverhältnisse hinweggetäuscht hat.

Verschiedene Meinungen zu Fischer

Nach dem neuerlichen Out der Schweizer in einem WM-Viertelfinal wird in den Schweizer Medien zudem intensiv über Trainer Patrick Fischer diskutiert. Die Meinungen, ob der 46-Jährige noch der richtige Mann an der Bande der Nati ist, gehen weit auseinander:

Blick:

«Die Zielsetzung wurde verpasst, also muss man jetzt über den Trainer Patrick Fischer sprechen. Was würde es denn bedeuten, wenn man Fischer entlassen würde? Das gesamte Programm wäre in Frage gestellt, und das Streben nach einer eigenen Identität in dem von Nordamerika und verschiedenen europäischen Einflüssen dominierten internationalen Eishockey würde wohl von vorne beginnen.

Klar – die Niederlage gegen die USA schmeckt wie schwedischer Gammelfisch. Hat sich dieser Geruch aber mal verzogen, darf man sich an die (fast) perfekt Vorrunde und mitreissende Leistungen erinnern. [...] Es ist also völlig richtig, dass die Nati an Fischer festhält.»

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Fischer: «Wir haben zu wenig geradlinig gespielt»
Aus Sport-Clip vom 26.05.2022.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 55 Sekunden.
Hiesse der Coach mit dieser Bilanz Glen Hanlon oder Sean Simpson – die Entlassung wäre beschlossene Sache.

NZZ:

«[...] In sechs Jahren und an acht WM- und Olympia-Turnieren hat die Schweiz ein einziges Mal den Viertelfinal überstanden: 2018, als sie in Kopenhagen in den Final stürmte. Aber in gewisser Weise ist Fischer Opfer der von ihm selbst geschürten Erwartungshaltung geworden. [...] Wer stets vom ganz grossen Wurf redet, muss ihn irgendwann schaffen, sonst macht er sich unglaubwürdig.

Hiesse der Coach mit dieser Bilanz Glen Hanlon oder Sean Simpson – die Entlassung wäre beschlossene Sache. Bei Fischer ist es anders, er ist innerhalb von Swiss Ice Hockey die mit einigem Abstand stärkste Figur. [...] In den entscheidenden Spielen fehlt der Schweiz unter Fischer aber oft die Reife, die Kaltblütigkeit. [...] Es ist darum nicht ganz auszuschliessen, dass der Donnerstag der Schlusspunkt der Ära Fischer war.»

watson.ch:

«Trägt [Fischer] für diese bittere Enttäuschung die Verantwortung? Natürlich. [...] Aber ist er auch schuld? Nein. Patrick Fischer hat die Mannschaft auf ein so hohes Niveau gebracht, dass nun sieben Siege in Serie und ein verlorener Viertelfinal bereits als bittere Enttäuschung gelten.

Hat er unentschuldbare Fehler gemacht? Nein. [...] Die Schweizer sind mit Patrick Fischer auf dem Weg nach ganz oben. Dorthin wo um Medaillen und WM-Titel gespielt wird. Daran ändert auch dieses bittere Scheitern nichts. Hätte denn ein anderer Coach ein besseres Resultat erzielt? Nein. Patrick Fischer ist immer noch der richtige Mann an der nationalen Bande.»

SRF zwei, sportlive, 26.05.2022, 19:00 Uhr;

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75 Kommentare

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  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Gratuliere zu 7 Siege. Bin nicht sicher ob P.Fischer weiterhin der Richtige ist. Er hat sicher vieles sehr gut gemacht. Vielleicht entscheidet er sich für eine andere Aufgabe. So gut hat noch nie eine Schweizer Mannschaft gespielt. Bin lange Zeit immer an Spengler Cup mit Kinder gereist. Russische Spieler gefielen mir am Besten. Kanadier und USA haben was Wille angeht, schon sehr stark gespielt. Was wir Zuschauer nicht wissen, wie gut Fischer seine Mannen kennt. Ambühl bester Spieler n. Malgin
  • Kommentar von Cyrill Haymoz  (Hans Hinterher)
    Fischer ist sicher kein schlechter Coach, doch leider auch keiner der eine Mannschaft zum fliegen bringt.
    Dass die Schweiz jeweils - garantiert - die Viertelfinals nicht übersteht ist ein Spiegelbild des Coaches: Nervös, vorsichtig und fahrig. Mit Fischer wird das auch in Zukunft nicht besser.
  • Kommentar von Martin Ordody  (Martin Ordody)
    Fischer an der Bande entfacht einfach kein Feuer. Die USA war schwach, wir hatten Pech aber das erste Drittel war verschlafen. Darf nicht passieren und dafür muss der Trainer sorgen. Motivation.