Wermelinger: «Hatte nie Angst, aber Respekt»

Daniel Wermelinger gehörte bis zu seinem Rücktritt Ende 2012 zu den besten Schweizer Schiedsrichtern. Im Gespräch mit der «sportlounge» äussert sich der 42-jährige Aargauer über die schwierige Aufgabe eines Referees.

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Daniel Wermelinger im Gespräch («sportlounge»)

12 min, vom 7.10.2013

Die Arbeit eines Schiedsrichters ist alles andere als einfach: Jeder Entscheid des Unparteiischen wird bisweilen von Tausenden beobachtet und nicht selten kritisiert. Einer, der diese schwierige Aufgabe ganz genau kennt, ist Daniel Wermelinger. Während acht Jahren leitete er Profi-Partien.

Auf Kritik vorbereitet

Mit der Zeit hat Wermelinger gelernt, mit der Kritik umzugehen: «Man weiss, dass man im medialen Fokus steht und ist darauf vorbereitet, wenn man in der Öffentlichkeit negativ beurteilt wird.» Allerdings gehe die Berichterstattung manchmal auch zu weit: «Wenn meine unparteiische Rolle in Frage gestellt wurde, hat mich dies schon immer sehr getroffen.»

Oft Aggressionen im Spiel

Nicht nur die Medien und die Fans, sondern vor allem auch die Spieler und die Trainer gehen oft hart ins Gericht mit den Schiedsrichtern. «Solange die Diskussionen mit gegenseitigem Respekt abliefen, war es in Ordnung. Die Grenze wurde dann überschritten, wenn Aggressionen ins Spiel kamen», sagt Wermelinger.

Er erinnert sich an eine Situation mit dem damaligen Basler David Abraham: «Er hat mich nach einer roten Karte so richtig beschimpft. Zum Glück ist mein Spanisch nicht so gut.» Ernsthaft bedroht habe er sich auf dem Platz aber nie gefühlt: «Ich hatte nie Angst, aber Respekt.»

«Faszination» Schiedsrichter

Trotz dem überwiegend negativen Image, das dem Job des Schiedsrichters anhaftet, hat Wermelinger seine Karriere genossen: «Für mich war es immer Faszination pur.»