Zum Inhalt springen
Inhalt

Internationale Ligen Fabrikarbeiter Vardy verhilft Leicester zum Gipfelsturm

Nicht aus Manchester, London oder Liverpool – der neue Leader der Premier League kommt aus Leicester. Auch dank Stürmer Jamie Vardy, welcher einen kometenhaften Aufstieg hinter sich hat.

Stürmer Jamie Vardy jubelt nach einem Tor gegen Southampton.
Legende: Im Fokus der Nation Stürmer Jamie Vardy ist mit 28 Jahren plötzlich ein Superstar. Imago

Stocksbridge, Halifax Town, Fleetwood Town, Leicester City - die Karrierestationen im Leben von Jamie Vardy lassen einen steilen Karriereaufstieg vermuten. Und wenn man hinzufügt, dass er 2009 noch in der achten Liga spielte, dann ist das englische Fussballmärchen komplett.

Am Wochenende schoss der 28-jährige Stürmer im zehnten Spiel in Serie einen Treffer, womit er die zwölfjährige Premier-League-Bestmarke der Manchester-United-Ikone Ruud van Nistelrooy egalisierte. Dem nicht genug, ziert das Team von Nati-Captain Gökan Inler nun die Tabellenspitze der Premier League. Vor einem Jahr, nach 13 Runden, waren die «Foxes» noch Tabellenletzer.

Manchmal musste ich nach Schlusspfiff direkt über den Zaun klettern und nachhause laufen.
Autor: Jamie Vardy

Mit der elektrischen Fussfessel über den Stadionzaun

Als Arbeiterkind wächst Vardy in Hillsborough auf. Er spielt für Sheffield Wednesday und träumt, wie fast alle Kinder, von einer Profikarriere. Doch weil er eher kleingewachsen ist, wirft ihn Sheffield Wednesday im Alter von 15 Jahren aus der Mannschaft. Vardy wird Arbeiter in einer Kohlenfaserfabrik, gerät in eine Schlägerei und muss für kurze Zeit eine Fussfessel tragen. Genau in dieser Zeit schliesst er sich Stocksbridge an und spielte wieder Fussball, mit Fussfessel.

«Manchmal musste ich nach Schlusspfiff direkt über den Zaun klettern und nachhause laufen. Sonst wäre ich nicht vor meiner Ausgangssperre daheim gewesen.» Oftmals wird Vardy wegen der Ausgangssperre, welche von 18 bis 6 Uhr dauert, schon nach 1 Stunde ausgewechselt.

Über Fleetwood Town an die Spitze der Premier League

Via Halifax und Fleetwood landet Vardy bei Leicester City in der zweithöchsten Liga. Nach zwei Saisons gelingt der Aufstieg in der Eliteklasse Englands. Trotz Startschwierigkeiten kann man letzte Saison die Klasse halten. Im Sommer übernimmt der Italiener Claudio Ranieri den Klub und führt den Verein aus den East Midlands sogar erstmals seit 15 Jahren an die Tabellenspitze.

Auch dank Neo-Nationalmannschaftspieler Vardy, welcher in dieser Spielzeit in 13 Ligaspielen bisher 13 Tore erzielt und damit fast die Hälfte der ganzen Torausbeute des Vereins (28 Treffer) zu Verantworten hat. Nach dem Torrekord und der erreichten Tabellenführung gab es zur Feier Bier und den Dank von Vardy ans Team.

Sendebezug: Radio SRF 1, Morgenbulletin, 23.11.2015, 08:40 Uhr

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fabio Del Bianco, Spiez
    Diese "Vardy-Mania" in (berechtigten) Ehren, doch das gesamte Team hilft hier mit. In der vorletzten Runde (Watford 2-1) überließ Mahrez (z. Bsp.) Vardy die Ausführung des Penaltys der dann zum zwischenzeitlichen 2-0 führte. "Young" Schmeichel im Tor ,Fuchs, Okazaki, Drinkwater usw. sind ebenso leistungsstark. Dazu kommt der Teamspirit und der kompetente wie auch sympathische Trainer Claudio Ranieri. (Auch)Ehre wem (ebenso) Ehre gebührt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Max Bratschi, Thun
    "Oftmals wird Vardy wegen der Ausgangssperre, welche von 18 bis 6 Uhr dauert, schon nach 1 Stunde ausgewechselt". Eine Vorstellung, die wirklich unglaublich in meinen Augen erscheint. Fassungslosigkeit und Schmunzeln gleichzeitig. Top Story!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Aimé Bonpland, La Rochelle
    Für den Erfolg braucht es immer die gesamte Mannschaft. Vardys Leistungen sind aber selbstverständlich ausserordentlich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen