Gladbach hinterlässt mächtig Eindruck

15 Pflichtspiele ohne Niederlage, weiterhin erster Verfolger von Bayern München und jede Menge Lob für den beherzten Auftritt im Bundesliga-Topspiel gegen den Titelverteidiger: Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre hat sich im 1. Saisonviertel viel Respekt verschafft.

Bayerns Guardiola und Gladbachs Favre geben an der Seitenlinie Anweisungen.

Bildlegende: Gefühlswelten Bayerns Guardiola (links) und Gladbachs Favre erlebten die Partie emotional von der Seitenlinie aus. Imago

Zwar kamen die Zuschauer im Borussia-Park nicht in den Genuss von Toren, doch das Schlagerspiel Erster gegen Zweiter, Bayern gegen Gladbach, bot beste Unterhaltung. Nach der Nullnummer stehen beide Teams auch nach 9 Meisterschaftsspielen noch immer ungeschlagen da.

Ritterschlag vom Weltmeister

«Gladbach hat grosses Potenzial, und wenn sie im letzten Jahr nicht ein paar Spiele in Folge verloren hätten, dann wären sie jetzt schon in der Champions League. Das ist schon eine gute Mannschaft», stellte Bayern-Coach Pep Guardiola nach der Partie vom Sonntag fest.

Wie gross die Wertschätzung für den fünfmaligen deutschen Meister inzwischen wieder ist, zeigt, dass die Münchner mit dem Punkt durch die Bank zufrieden waren. «Ich glaube nicht, dass Gladbach noch viele Plätze verlieren wird. Sie haben einen sehr guten Mix und einen sehr guten Trainer, der der Mannschaft zeigt, wie man verteidigen muss», so Bayens-Captain und Weltmeister Philipp Lahm.

Sommer: «Mehr als verdient»

Die Gladbacher, die zuletzt in der Meistersaison 1976/77 die ersten 9 Bundesligaspiele nicht verloren hatten, trauerten einigen vergebenen Kontermöglichkeiten nach. «Es war ein mitreissendes Spiel. In der 2. Halbzeit haben wir die grösseren Chancen gehabt», sagte Sportdirektor Max Eberl.

Trainer Lucien Favre lobte den Auftritt seiner Mannschaft: «Wir haben intelligent verteidigt, Bayern hat immer viel Druck gemacht - ich bin zufrieden, das 0:0 ist okay.» Dies sah auch Nati- und Gladbach-Keeper Yann Sommer so: «Den einen Punkt haben wir uns mehr als verdient.» Für den Wermutstropfen aus Borussen- Sicht sorgte die Bänderverletzung von Granit Xhaka. Er dürfte längere Zeit ausfallen.

Geduld und Ehrgeiz

Trotz des starken Saisonstarts hebt rund um den Borussia-Park niemand ab, dafür sorgt schon Favre. «In der Tabelle ist es sehr eng. Wir haben Geduld und wissen, wohin wir wollen. Natürlich sind wir ehrgeizig, aber wir gehen von Spiel zu Spiel», sagte der Schweizer, der mit seiner Mannschaft am Mittwoch in der 2. Runde des DFB-Pokals bei Eintracht Frankfurt gastiert.

Sendebezug: Radio SRF 3, 8-Uhr-Nachrichten, 27.10.14