Von Verrätern, Ikonen und chinesischen Investoren

Juventus Turin macht auch 2016/17 wieder als Topfavorit Jagd auf den «Scudetto» – nicht zuletzt dank dem Zugang von Gonzalo Higuain. Doch auch bei den 5 nominellen Verfolgern lief in der Sommerpause einiges.

    • 1.
      Der Verräter
      «Geht er oder geht er nicht?», lautete die dominierende Frage in den italienischen Sportgazetten während der Sommerpause. Er ging. Gonzalo Higuain schloss sich Ende Juli für 90 Millionen Euro Ablöse Ligakonkurrent Juventus an. Die Reaktionen in Napoli fielen drastisch aus: Supporter der Süditaliener verbrannten medienwirksam ihre Fantrikots. Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis meinte dazu: «Viele sagen, dass der Vorwurf des Verrats übertrieben sei. Ich denke, das Gegenteil ist wahr.»
      Gonzalo Higuain.

      Bildlegende: Gonzalo Higuain. EQ Images

    • 2.
      Das Rekordteam
      Mit der Verpflichtung von Higuain sorgte die «Alte Dame» für einen Transferrekord in der Serie A. Das notwendige Kleingeld lieferte ein anderer Höchstwert: Paul Pogba wechselte für kolportierte 105 Millionen Euro (zuzüglich Bonuszahlungen) nach England zu Manchester United und avancierte damit zum teuersten Fussballer aller Zeiten. Wird Juventus auch in diesem Jahr Meister, wäre dies bereits der 6. «Scudetto» in Serie – und damit ein weiterer Rekord.
      Paul Pogba.

      Bildlegende: Paul Pogba. Keystone

    • 3.
      Die Ikone
      Ein Aufschrei war im Verlauf der vergangenen Saison durch die italienische Hauptstadt gehallt: Luciano Spaletti, Trainer der AS Roma, hatte sich erdreistet den «Figlio di Roma» Francesco Totti vorübergehend zu suspendieren. In der Folge lag der Abschied des «Capitano» in der Luft. Dann aber das Happy End: Totti erhielt im (für einen Fussballer biblischen) Alter von 39 doch noch einen Einjahresvertrag und darf in seine 25. Saison für die «Giallorossi» gehen.
      Francesco Totti.

      Bildlegende: Francesco Totti. EQ Images

    • 4.
      Der Verrückte
      Lazio Rom und die Trainer – eine eigenartige Geschichte. Der Coach der Lazio, Simone Inzaghi, hätte nach Erreichen des 8. Platzes in der Meisterschaft von Marcelo Bielsa beerbt werden sollen. Der Argentinier mit dem bezeichenden Spitznamen «El Loco» (der Verrückte) trat sein Amt an. Und gab es innert 48 Stunden wieder ab. Nach einer öffentlichen Schlammschlacht zwischen Verein und Ex-Trainer wurde das Steuer wieder an Inzaghi übergeben.
      Marcelo Bielsa.

      Bildlegende: Marcelo Bielsa. EQ Images

    • 5.
      Die Verkauften
      Das Fussballherz in der einstigen Kicker-Metropole Mailand musste in den vergangenen Jahren Einiges ertragen. Letztmals stellte 2011 ein Mailänder Team den Meister (AC Milan), zuvor hatte Stadtrivale Inter 5 Mal en suite triumphiert. Seither ging es stetig bergab. Die AC verpasste als 7. der abgelaufenen Spielzeit gar die internationalen Ränge. Daher soll nun ein Neustart her. Lanciert wurde dieser mit der Übernahme durch chinesische Investoren. Silvio Berlusconis Milan wird ab sofort von einem Konsortium um den Staatsfonds «Haixia Capital» geführt, während bei Inter der Industriemagnat «Suning» die Geschicke leitet.
      Silvio Berlusconi.

      Bildlegende: Silvio Berlusconi. EQ Images

6. Die Schweizer

Auch aus Schweizer Sicht gibt es Grund, die Serie A zu verfolgen. Juventus-Verteidiger und Nati-Captain Stephan Lichtsteiner möchte seinen 6. Meistertitel in Italien feiern. Für Furore sorgen will zudem Blerim Dzemaili, welcher von Galatasaray Istanbul zum FC Bologna wechselte. Gesamthaft werden 10 Spieler mit Schweizer Staatsbürgerschaft die nächste Saison in der höchsten italienischen Liga in Angriff nehmen.

Die Schweizer in der Serie A

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 9.8.2016, 07:00 Uhr