Zum Inhalt springen

Internationale Ligen Weilers Medienkritik: «Es ist ungeheuerlich!»

Anlässlich der Medienkonferenz vor dem Barrage-Rückspiel gegen Frankfurt hat Nürnberg-Trainer René Weiler seinem Ärger über unsachlichen Journalismus Luft gemacht.

FC Nürnbergs Trainer René Weiler.
Legende: «Das ist Rufschädigung» René Weilers Medienkritik. EQ Images

Die Erkrankung von Marco Russ und der Streit um Äusserungen von Rene Weiler sind auch vor dem Relegations-Rückspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt (Montag, 20:30 Uhr) das dominierende Thema.

Die «Causa Weiler/Russ» im Zeitraffer:

  • 18. Mai, Tag vor dem Relegations-Hinspiel: Bei Frankfurts Verteidiger Russ wird eine positive Dopingprobe festgestellt. Weitere Untersuchungen ergeben: Russ hat nicht aufgrund verbotener Hilfsmittel, sondern wegen eines Tumors erhöhte Hormonwerte.
  • 19. Mai: Frankfurt und Nürnberg trennen sich 1:1. Auf Russ' Erkrankung angesprochen, spricht Weiler davon, dass der Zeitpunkt der Bekanntgabe einer «Inszenierung» gleichkomme.
  • 20. Mai: Weilers Aussage wird in den Medien zu einem Skandal stilisiert. Der Schweizer wehrt sich und betont: «Es ist pietätlos, dass ein Klub und ein erkrankter Spieler fast dazu genötigt werden, die intimsten Dinge preisgeben zu müssen, um nicht als Dopingsünder in Verdacht zu stehen.»
Ich bin frustriert und schockiert.

In der Medienkonferenz vor dem Barrage-Rückspiel übte Weiler harsche Kritik an der medialen Berichterstattung. Er sei «frustriert und schockiert» über die «besorgniserregende Entwicklung». Seine Grundaussage sei gewesen, dass der Zeitpunkt der Kommunikation einer Inszenierung gleichkomme. «Weil die Schlagzeilen immer noch skandalöser daherkommen müssen, lautete meine Aussage plötzlich: ‹Die Krankheit von Russ ist eine Inszenierung›», so Weiler.

Das ist Verunglimpfung!

In seiner rund 2-minütigen Wutrede nahm der «Club»-Trainer die Medienvertreter in die Pflicht und appellierte an fairen Journalismus: «Dann lese ich Dinge über mich, was ich charakterlich nicht auf die Reihe bekommen könnte. Das ist Verunglimpfung, Rufschädigung», so Weiler. Man müsse aufhören, alles zu skandalisieren. Und an die Adresse von Russ: «Ich wünsche dem Spieler nur das Beste.»

Sendebezug: Radio SRF 3, Nachmittagsbulletin, 14.5.16, 17:40 Uhr

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Franz B, Zürich
    Diese Geschichte ist ein weiteres trauriges Kapitel im heutigen Journalismus. Ich frage mich schon eine ganze Weile was eigentlich an diesen Journalistenschulen gelehrt wird. Die Damen und Herren Medienschaffenden geniessen eine Narrenfreiheit, die schon fast grotesk ist. Und dies völlig unabhängig vom Thema. Die Qualität ist miserabel, sei es in Sport, Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Und wehe man kritisiert die Medien; dann kommt sofort das Argument vom öffentlichen Interesse.Lächerlich!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Fabio Del Bianco, Spiez
    Rene Weiler hat zu 200% Recht. Nur diejenigen welche einmal einen sogenannten "Shitstorm" haben über sich ergehen lassen müssen (berechtigt oder unberechtigt), wissen was das bedeutet. WIR alle sind im Zeitalter des "Noch grösser, noch schöner und noch besser", und solange es nicht uns persönlich betrifft, spielen wir gerne Richter und Henker (mich eingeschlossen)!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heinz Gröli, Bern
    Ich hielt viel und halte eigentlich noch immer viel von René Weiler. Der Shitstorm, der jetzt auf ihn niederprasselt mag übertrieben sein. Der mediale Stellenwert des Fussballs und aller Nebenerscheinungen ist in Deutschland um ein vielfaches grösser als bei uns. Dies sollte er eigentlich wissen. Seine Äusserungen direkt nach dem Spiel waren ohne Zweifel deplatziert und zeugten (in dem Moment) von wenig Fingerspitzengefühl. Dies kann man weder relativieren noch wegdiskutieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen