GC im Glück - Cupsieg nach Penalty-Krimi

Die Grasshoppers haben zum ersten Mal seit 1994 den Schweizer Cup gewonnen. Die Zürcher setzten sich in Bern gegen Titelverteidiger Basel im Penaltyschiessen mit 4:3 durch. Nach 120 Minuten hatte es nach Toren von Markus Steinhöfer und Izet Hajrovic 1:1 gestanden.

Im Penaltyschiessen entschieden Zentimeter über Sieg und Niederlage: Während die Basler Fabian Frei und Raul Bobadilla den Ball an die Querlatte schossen, scheiterte bei GC nur Michael Lang. Milan Vilotic brachte den Sieg als 5. Zürcher Schütze mit einem platzierten Schuss in die linke Ecke ins Trockene.

Erster Cupsieg seit 1994

So waren es die Grasshoppers, die den 19. Cupsieg ihrer Klubgeschichte und den ersten seit 1994 feiern konnten. Nach 4 verlorenen Finals in Folge und 10 Jahre nach dem Gewinn der letzten Meisterschaft stehen die Zürcher wieder auf der Sonnenseite. Den Sieg haben sie nicht gestohlen: Während die Basler zwar mehr in Ballbesitz waren, hatte sich GC ein klares Chancenplus erspielt.

Auch Vilotic scheiterte an der Latte

«Penalty-Held» Vilotic hätte sich nämlich bereits in der regulären Spielzeit zum Matchwinner krönen lassen können. Doch seine Direktabnahme lenkte FCB-Keeper Yann Sommer in der 38. Minute spektakulär um den Pfosten. Zudem klatschte ein Kopfball des Serben nach einer Stunde an die Torlatte. Auch Shkelzen Gashi kam zweimal (44./80.) aus bester Position zum Abschluss – ohne Erfolg.

Steinhöfer im Glück

Trotzdem schienen zunächst die Basler das Glück auf ihre Seite zu zwingen: Nach 71 Minuten schoss Markus Steinhöfer eher zufällig das 1:0. Der eingewechselte Aussenverteidiger spazierte von der rechten Seite in den Strafraum, hielt einfach mal drauf und der Ball landete via Arm von GC-Verteidiger Stéphane Grichting im Tor. Diese Szene war – mit Ausnahme eines Distanzschusses von Marcelo Diaz in der Startphase – die bis dato einzige gefährliche Aktion des Titelverteidigers.

Hajrovic am richtigen Ort

Doch GC konnte auf den Rückschlag reagieren: Nach einem Distanzschuss von Michael Lang stand Izet Hajrovic am richtigen Ort, um den Abpraller zu verwerten. Der Offensivspieler erzwang so eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit die Verlängerung, die sich die Zürcher dank einer mutigen Darbietung auch verdient hatten. In dieser kam Nassim Ben Khalifa zu einer weiteren Grosschance; der Stürmer wurde allerdings im letzten Moment von Diaz gestoppt.

So musste die Elfmeter-Lotterie darüber befinden, wer den 88. Cupfinal gewinnen sollte. Vor einem Jahr waren es noch die Basler, die im finalen Nervenkrimi gegen den FC Luzern die Oberhand behielten - nun war das Glück den Zürchern hold, die nun zusammen mit ihren Fans die Nacht zum Tag machen werden.