Schweizerinnen mit Moral zum 1. EM-Sieg

Die Frauen-Nati hat an der EURO in den Niederlanden die erhoffte Reaktion auf die Auftaktniederlage gezeigt. Die Schweizerinnen schlugen Island trotz Rückstand 2:1.

  • Lara Dickenmann und Ramona Bachmann leiten gegen Island die Wende ein
  • Damit feiert die Schweiz im 2. EM-Spiel überhaupt den 1. Sieg
  • Um in die Viertelfinals einzuziehen, muss die Nati am Mittwoch Frankreich schlagen

Nach 33 Minuten wiederholte sich gegen Island die Geschichte: Die Schweiz geriet wie zum EM-Auftakt beim 0:1 gegen Österreich in Rücklage – und das, obwohl man das Spiel zuvor dominiert hatte. Jana Brunner liess sich von Fanndis Fridriksdottir gar leicht ausspielen, die Nordländerin erzielte das 1:0.

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Dickenmann schiesst 1. Schweizer EM-Tor

0:54 min, vom 22.7.2017

Doch im Gegensatz zum Startpiel gegen die ÖSV-Frauen zeigte das Team von Martina Voss-Tecklenburg eine Reaktion: Kurz vor der Pause legte Ramona Bachmann für Lara Dickenmann zurück, die Wolfsburg-Söldnerin erzielte den 1:1-Ausgleich. Zwar kam das 1. Schweizer Tor der EM-Geschichte etwas glücklich zustande, verdient war es aufgrund der Spielanteile gleichwohl.

Dass sich die Nati für die EM-Endrunde viel vorgenommen hatte, zeigte sich nach dem historischen Treffer: Grosser Jubel blieb aus – es war offensichtlich, dass das Ziel mit dem Ausgleich noch nicht erreicht war. Und in der Folge zeigte sich die SFV-Auswahl gegen robuste und teils hart einsteigende Gegnerinnen vor dem Tor kaltblütiger.

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Mit Köpfchen: Bachmann erzielt das 2:1

0:49 min, vom 22.7.2017

Bachmann erlöst die Schweiz

In der 52. Minute köpfelte Bachmann eine perfekt getimte Flanke von Jubilarin Noëlle Maritz zum 2:1 ein. Dem Treffer war eine strittige Strafraumszene vorausgegangen: Dickenmann war von Gunnhildur Jonsdottir zu Boden gedrückt worden, doch der Penaltypfiff blieb aus.

Die 11-minütige Nachspielzeit – Torhüterin Gaëlle Thalmann hatte nach einem Zusammenprall lange gepflegt werden müssen – brauchte Nerven: Zunächst traf Bachmann das Lattenkreuz, ehe Dickenmann einen Abschluss von Sara Gunnarsdottir im letzten Moment ablenken konnte. «Das gibt keinen Schönheitspreis, doch das lässt der Gegner auch gar nicht zu», so Voss-Tecklenburgs Fazit.

Grosse Aufgabe am Mittwoch

Dank dem erkämpften Sieg hat die Schweiz die Viertelfinal-Quali in den eigenen Füssen. Weiter geht es am Mittwoch in Breda gegen Frankreich. Der Gruppenfavorit hatte zum Auftakt Island glücklich 1:0 geschlagen und trennte sich 1:1 von Österreich. Damit muss die Nati gewinnen, um weiterzukommen.

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Zusammenfassung Frankreich - Österreich

1:03 min, vom 22.7.2017

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 22.7.2017, 17:45 Uhr