Ein Playboy, ein Mittelfeldtalent und die deutsche Schule

Im zweiten Spiel der WM-Qualifikation tritt die Schweiz in Ungarn an. Was muss man über das osteuropäische Team wissen?

    • 1.
      Wie ist die Stimmungslage im Land?
      Trainer Bernd Storck schwärmt noch immer vom EURO-Auftritt seiner Ungarn: «Die EM war ein richtiges Sommermärchen. Endlich gab es wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter der Bevölkerung.» Das Unentschieden gegen die Färöer hat die Euphorie allerdings empfindlich gedämpft. Dennoch war das Spiel gegen die Schweiz innert kürzester Zeit ausverkauft.
      Ungarische Fans in Budapest.

      Bildlegende: Euphorisch Während der EURO 2016 war auch in Budapest einiges los. Keystone

    • 2.
      Welche der grossen Ligen dient als Vorbild?
      Der deutsche Einfluss ist nicht nur im Nationalteam mit Bernd Storck (im Bild l.) und dessen Assistent Andreas «Andy» Möller (r.) spürbar. In der nationalen Liga haben Tabellenführer Budapesti Vasas und das drittplatzierte Ferencvaros mit Michael Oenning bzw. Thomas Doll ebenfalls deutsche Übungsleiter. Während Storck selbst nur als Spieler in der Bundesliga tätig war, haben Oenning (u.a. HSV) und Doll (HSV, Dortmund) das deutsche Oberhaus auch als Trainer kennengelernt.
      Bernd Storck und Andy Möller.

      Bildlegende: Die deutsche Schule Bernd Storck (l.) und Andy Möller. IMAGO

    • 3.
      Wer ersetzt die «graue Trainerhose»?
      Der 40-jährige Gabor Kiraly hat nach der EURO seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Als sein Nachfolger wurde Peter Gulacsi auserkoren, der sich in prächtiger Form präsentiert. Der 26-Jährige mischt derzeit mit dem noch unbesiegten Aufsteiger RB Leipzig die Bundesliga auf. Mit seinen Leistungen hat er Fabio Coltorti, den Stammtorhüter der Vorsaison, auf die Bank verdrängt.
      Video «Kiraly lenkt De Bruynes Freistoss an die Latte» abspielen

      EURO 2016: Kiraly lenkt De Bruynes Freistoss an die Latte

      0:33 min, vom 26.6.2016

    • 4.
      Wer hat den grössten Glamour-Faktor?
      In den ungarischen Medien geniesst Balazs Dzsudzsak nicht nur wegen seiner Tore eine hohe Präsenz. Der Stürmer und seine Freundin Linda Zimany gelten gewissermassen als die Beckhams von Ungarn. Mit grossem Interesse wird die Frage verfolgt, ob seine Lebensgefährtin den als Playboy geltenden Dzsudzsak zähmen kann. Schlagzeilen schrieb dieser schon vor der Beziehung – beispielsweise als er zu seiner Zeit bei Dinamo Moskau einen brandneuen Lamborghini zu Schrott fuhr.
    • 5.
      Auf wen müssen die Schweizer besonders aufpassen?
      Abgesehen vom genannten Mannschaftscaptain Dzsudzsak glänzt Ungarn vor allem als Kollektiv. Aufpassen heisst es für Petkovics Defensive auf die Stürmer Tamas Priskin, Adam Szalai und Nemanja Nikolics, die immer für ein Tor gut sind. Im zentralen Mittelfeld zieht Bologna-Legionär Adam Nagy die Fäden.
      Adam Nagy im Bologna-Trikot.

      Bildlegende: Talentiert Der 21-jährige Adam Nagy (l.) steht bei Bologna unter Vertrag. Keystone

    • 6.
      Worauf müssen die Schweizer Fans achten?
      Die ungarische Hooliganszene gilt als gefürchtet. An der EURO in Frankreich fielen ungarische Fans durch ihre Gewaltbereitschaft auf. Zudem versuchten mehrere Hooligans im Spiel gegen Island in den anderen Fanblock zu gelangen. In Budapest sorgte eine Gruppierung von «Hools» für Schlagzeilen, als sie Migranten attackierten.
      Ungarische Hooligans

      Bildlegende: Gewaltbereit Ungarische Hooligans fielen an der EURO 2016 mehrmals negativ auf. IMAGO