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Zusammenfassung 400 m Hürden Frauen
Aus Sport-Clip vom 23.07.2022.
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Amerikanerin in neuen Sphären «Einfach unwirklich»: McLaughlin sprengt alle Hürden-Grenzen

Die Amerikanerin Sydney McLaughlin sorgt an der WM in Eugene über 400 m Hürden für eine der denkwürdigsten Leistungen der Geschichte.

Sydney McLaughlin sass fassungslos auf der Laufbahn und starrte mit offenem Mund auf die riesige Anzeigetafel im Hayward Field. Eine der sagenhaftesten Leistungen der Leichtathletik-Geschichte war selbst für ihre Urheberin nicht mehr nachvollziehbar: 50,68 Sekunden über 400 m Hürden im Final der WM von Eugene – der erste Weltrekord der Titelkämpfe.

«Das ist einfach unwirklich», sagte die 22-jährige Amerikanerin. Mit ihrem Wahnsinns-Sturmlauf zum ersten WM-Titel zeigte die Olympiasiegerin, dass sie keine Grenzen kennt. «Ich wollte hier einfach nur rennen und nach dem Titel greifen», sagte McLaughlin: «Die letzten 100 Meter haben ziemlich wehgetan.»

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McLaughlin: «Ich bin mehr als dankbar und danke vor allem Gott»
Aus Sport-Clip vom 23.07.2022.
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Weltrekord in 22 Monaten um 1,48 Sekunden verbessert

Landsfrau Dalilah Muhammad, die als Titelverteidigerin angetreten war, hatte 2019 im WM-Final von Doha den Weltrekord auf 52,16 gedrückt. Was McLaughlin seither mit dieser Marke angerichtet hat, ist mit Quantensprüngen noch zurückhaltend beschrieben. Im Juni 2021 lief McLaughlin ebenfalls in Eugene mit 51,90 erstmals unter der 52-Sekunden-Marke. Die 51,46 im Olympia-Final von Tokio galten schon als Ende der Fahnenstange. Vier Wochen vor der WM lief McLaughlin dann ebenfalls in Eugene 51,41 – und nun noch einmal 73 (!!!) Hundertstel schneller.

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Fabel-Weltrekord von McLaughlin im Re-Live
Aus Sport-Clip vom 23.07.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 21 Sekunden.

Auch über 400 m flach in den Top 8

18 Jahre hat die Hürdenwelt für die 18 Hundertstel von 52,34 (Julija Petschonkina/2003) bis 52,16 (Muhammad/2019) benötigt. Nun ging es in 22 Monaten um 1,48 Sekunden runter. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Im WM-Final über 400 m – ohne Hürden – wäre McLaughlin mit ihrer neuer Fabelzeit über 400 m Hürden Siebte geworden.

«Es geht alles nur um Training, Vertrauen in den Trainer. Und das treibt dich dann über die ganze Runde an», sagte McLaughlin nach ihrem Olympia-Triumph. Ihr Trainer aber ist, und da wird es durchaus problematisch, Bob Kersee – ehemaliger Coach der ebenso legendären wie berüchtigten Rekordsprengerin Florence Griffith-Joyner.

Es geht im Leben darum, etwas zu finden, mit dem man seine Zeit ausfüllt. Etwas, das man mit Leidenschaft füllt.
Autor: Sydney McLaughlin

McLaughlin zeigt sich vom ganzen Trubel unbeeindruckt – sie ist eine der ruhigsten Athletinnen überhaupt. Ihren geistig-seelischen Hintergrund hat sie im evangelikalen Christentum. «Es geht im Leben darum, etwas zu finden, mit dem man seine Zeit ausfüllt. Etwas, das man mit Leidenschaft füllt», sagte sie.

SRF zwei, sportlive, 23.07.2022 02:00 Uhr;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (GiJaBra)
    Und alles geht hier mit legalen Di gen zu. Ganz ehrlich, einen Weltrekord in 2 Jahren um und an der WM um 73 Hundertstel. Soll glauben wer will, ich tu es nicht. Bob Kersee weiss ja wie so was geht.
    1. Antwort von Philipp Spuhler  (PSp)
      Wer die anderen verdächtigt, der hat meist, am meisten Haar in der Suppe.
  • Kommentar von Fridolin Rolfö  (F.Rolfö)
    Man sollte die Hürdenhöhe bei den Frauen über 400 m Hürden anpassen. Von 76 cm (2 Fuss, 6 Zoll) sollte man auf 80 cm (2 Fuss, 7.5 Zoll) nach oben gehen.
    McLaughlin springt ja kaum noch ab. Mir kommt sie zu nah an den 400 m "Flach" WR ran. 3 Sekunden war Koch (DDR) beim 400 m WR schneller.
    Natürlich wird es vorläufig nicht soweit kommen, weil Seb Coe den Frauen überhaupt nichts zutraut.
    1. Antwort von Fridolin Rolfö  (F.Rolfö)
      Die beste "saubere" Athletin über 400 m Flach ist eigentlich Shaunae Miller-Uibo mit einer Zeit von 48,36. Da ist McLaughlin über die Hürden sogar nur noch 2,3 sec davon entfernt.
    2. Antwort von Hans Peter  (Hanspeter97)
      Bei allem Respekt der Vergleich zu einer Athletin aus der DDR ist leider gerade in der Leichtathletik schlecht :)
  • Kommentar von Marco Meier  (ma.meier)
    Hier macht sich der Unterschied von Männern und Frauen schon sehr stark bemerkbar. Warholm lief bei seinem Weltrekord unter 46 Sekunden, also nochmals fast 5 Sekunden (!) schneller. Aber schon auch sehr eindrücklich, wie viel schneller McLaughlin ist, verglichen mit ihren Konkurrentinnen!