Guri Hetland: Die Frau hinter den Triumphen

Mit dem Gewinn der WM-Goldmedaille im Val di Fiemme hat Dario Cologna sein beeindruckendes Palmarès komplettiert. Zu den Erfolgen des Bündners trug seine norwegische Trainerin Guri Hetland einen grossen Teil bei. Wer ist die Frau hinter den Triumphen?

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Guri Hetland im Porträt

5:55 min, aus sportlounge vom 4.3.2013

Nach einem Trainingslager in den Neunzigerjahren hatte sich Guri Hetland in die Schweiz, ihre Landschaft und das kleine Städtchen Davos verliebt. 2009 beschloss die ehemalige Spitzenlangläuferin deshalb, sich mit ihrem Mann Tor Arne im Bündnerland niederzulassen. Ein gutes Jahr später suchte der Schweizer Langlauf-Verband einen neuen Cheftrainer - und fand Guri Hetland. Seit Herbst 2010 ist sie die einzige Cheftrainerin im Langlaufsport.

Colognas Karriere nimmt ihren Lauf

Unter ihrer Führung lief vor allem Dario Cologna von Erfolg zu Erfolg. Der Bündner gewann dreimal den Gesamtweltcup, lief dreimal zum Sieg an der Tour de Ski und stand an dem Olympischen Spielen 2010 in Vancouver sowie kürzlich an der WM im Val di Fiemme zuoberst auf dem Podest. Zudem feierte die Schweizer Männer-Staffel ihren 1. Weltcup-Sieg überhaupt.

Trotz all dieser Erfolge bleibt Hetland lieber im Hintergrund. Sie ist keine Frau der grossen Worte, der Weltmeistertitel von Val di Fiemme liess aber auch ihre Augen glänzen: «Diesen Tag werde ich nie vergessen, es ist wirklich alles für uns gelaufen.»

Ein Planungs- und Organisationstalent

Hetland lebt für den Langlaufsport und gibt stets alles für ihre Athleten. Cologna ist voll des Lobes für die 38-Jährige: «Sie ist eine tolle Person und wie alle Norweger extrem langlaufbegeistert.» Vor allem sei sie sehr gut im Planen und Organisieren und halte so den Athleten den Rücken frei.

Hetlands Philosophie geht auf, welche sie wie folgt beschreibt: «Ich führe die Athleten nicht streng, sondern wir müssen zusammen eine Lösung finden. Ich weiss, was ich will.»

Mindestens bis Sotschi 2014 Cheftrainerin

Mit den WM-Erfolgen Colognas rückt Hetland mehr in den Fokus, ob sie will oder nicht. Dem Schweizer Team bleibt sie mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi (Russ) erhalten, weiter plant sie nicht. Ihr Motto lautet: Ein Weg entsteht, indem man ihn geht.