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Olympische Spiele Kamber: «Entscheid wird Russland sehr weh tun»

Anti-Doping-Chef Schweiz Matthias Kamber, Eishockey-Nati-Direktor Raeto Raffainer und weitere Schweizer Sport-Exponenten äussern sich zum IOC-Entscheid.

Die russische Flagge ist an den Olympischen Spielen in Pyeongchang nicht willkommen. Das IOC hat am Dienstag entschieden, das Nationale Olympische Komitee Russlands (NOK) von den Winterspielen 2018 auszuschliessen.

Das sagt Matthias Kamber, Chef Anti-Doping Schweiz, über ...

  • ... das Urteil des IOC: «Ich hätte das Urteil nicht so mutig erwartet. Ich dachte eher an ein politisches Urteil, doch das ist es nicht geworden, sondern ein deutliches Statement einerseits für die sauberen und andererseits auch gegen die gedopten Athleten.»
  • ... die Bedeutung des Urteils für Russland: «Man darf sich nicht als Russland präsentieren – das tut den Russen sehr weh. Die Sportfunktionäre sind nicht mehr zugelassen, das Russische Olympische Komitee ist gesperrt. Das ist hart.»
  • ... einen möglichen Boykott: «Das Urteil öffnet Russland den Weg, dass sie niemals zugeben müssen, dass sie systematisch gedopt haben. Das ist sicher ein Wermutstropfen. Ich denke nicht, dass sie boykottieren werden. Das würde alles noch verschlimmern.»

Das sagt Raeto Raffainer, Direktor Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, über ...

  • ... das Urteil des IOC: «Es ist ein sehr mutiger, für das Eishockey-Turnier an Olympia aber sicher kein optimaler Entscheid.»
  • ... eine allfällige Freigabe der Spieler vonseiten der KHL: «Beim IIHF gibt es ein ganz klares Reglement. Dieses besagt, dass die Klubs die Spieler für das Turnier freigeben müssen. Wir sind selber sehr gespannt auf den Entscheid.»
  • ... ein mögliches Fehlen von KHL-Spielern an Olympia: «Für unsere Mannschaft hätte dies keine Auswirkungen, da wir keine Spieler aus der KHL haben. Klar wäre in einem solchen Szenario, dass die Schweden, Finnen etc. ohne KHL-Spieler anreisen müssten.»
  • ... die Chancen der Schweizer Nati, wenn die KHL-Spieler fehlen sollten: «Es ist weder günstig noch ungünstig. Wir haben mit den Tschechen, den Kanadiern und den Südkoreanern starke Gegner. Die Challenge ist es für uns, in die Viertelfinals zu kommen. Dann schauen wir weiter.»

Das sagt Markus Wolf, Verbands- und Sportdirektor Swiss-Ski, über ...

  • ... das Urteil des IOC: «Wir sind überrascht von der Härte des Entscheides. Es ist immer schwierig einzuschätzen, wenn man die Fakten nicht hat. Man konnte aber nicht davon ausgehen, dass so hart durchgegriffen wird.»
  • ... die Auswirkungen auf den Sport: «Das Allerwichtigste ist, dass endlich ein Entscheid gefällt wurde, dass das russische Team so nicht am Start sein wird. Daran kann man sich jetzt orientieren.»
  • ... das Warten auf den Entscheid: «Vor allem in den Aussensportarten wie Langlauf und Biathlon war es in letzter Zeit ein grosses Thema. ‹Gegen wen laufe ich an Olympia? Wen sehe ich wieder?› – solche Fragen wurden unter den Athleten diskutiert.»
  • ... die Reaktion der Schweizer Athleten: «Sie werden bestimmt mit einer gewissen Genugtuung auf dieses Urteil reagieren. Sie werden froh sein, dass im Anti-Doping-Kampf endlich mal hart durchgegfriffen wurde.»

Und das sagt Bobpilot Rico Peter über ...

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell spezial, 05.12.2017, 20:00 Uhr

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