Simpsons Tod jährt sich zum 50. Mal

Am 13.7.1967 starb der Brite Tom Simpson – vollgepumpt mit Amphetaminen und Alkohol – während der Tour am Mont Ventoux. Der jähe Tod des 29-Jährigen zeugt vom damals heuchlerischen öffentlichen Umgang mit Doping.

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Simpson stirbt auf dem Mont Ventoux

0:19 min, vom 12.7.2016

  • Kurz vor dem 1912 Meter hohen Gipfel kapitulierte Simpsons Körper.
  • Mehrmals war er zuvor vom Rad gefallen und wieder aufgestiegen.
  • Die offizielle Todesursache lautete: Herzversagen wegen Dehydrierung.

Die Obduktion ergab: Simpsons Körper war randvoll mit Hilfsmitteln. Selbst in seinem Trikot fand man Amphetamin-Behälter. Dennoch wollten die Beteiligten – Reporter, Profis, Offizielle und sogar Simpsons Witwe Helen – damals nichts von Doping wissen. Schuld am Tod war wahlweise:

  • eine falsche Behandlung durch Tourarzt Dumas.
  • Mechaniker Harry Hall, der Simpson auf dessen Geheiss wieder aufs Rad setzte.
  • das Tour-OK, welches das Rennen bei 40 Grad im Schatten durchzog.

Jacques Anquetil, fünffacher Tour-Sieger, erklärte noch 1979: «Simpsons Herzversagen rührte nicht von Amphetaminen her.» Erst nach vielen Jahren änderte sich die Sicht auf das Drama am Ventoux. Heute hat Doping seinen Status als Kavaliersdelikt glücklicherweise längst eingebüsst.