Zum Inhalt springen

Skispringen Schlierenzauer fliegt immer noch nicht

Das mit Spannung erwartete Comeback von Gregor Schlierenzauer zum Auftakt der Vierschanzentournee verlief alles andere als wunschgemäss. Der einstige Überflieger verpasste in Oberstdorf gar den 2. Durchgang.

Legende: Video Nur 117 Meter - das Out für Gregor Schlierenzauer abspielen. Laufzeit 0:53 Minuten.
Vom 30.12.2015.

Viele Jahre lang dominierte Gregor Schlierenzauer auf den Schanzen dieser Welt, sammelte Titel und Medaillen und holte insgesamt 53 Einzelsiege im Weltcup – Rekord. Schlierenzauer ist erst 25, doch seine beste Zeit scheint vorbei – wie sich nun zum Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf brutal zeigte.

Der Österreicher landete im 1. Durchgang bereits bei bescheidenen 117 Metern und verpasst mit Rang 31 den Finaldurchgang. Dieses Malheur passierte ihm in seiner Tournee-Karriere bislang erst einmal, 2008 in Bischofshofen.

Kein System, keine Chance

«Ich springe nicht gut Ski, damit kann nichts Gutes herauskommen», sagte er frustriert. Geholfen hat offenbar auch der Rückzug aus dem Weltcup nicht, den er nach dem wenig gelungenen Saisonstart eingelegt hatte.

Dabei bin ich doch noch verdammt jung
Autor: Gregor Schlierenzauer

Einen Strich durch die Rechnung haben ihm die vielen Regeländerungen gemacht, denen das Skispringen immer wieder unterworfen wird. Die Massnahmen an Ski, Bindung oder Anzug haben das über Jahre perfektionierte Flugsystem Schlierenzauers aus dem Takt gebracht. «Wer sein System nicht findet, hat Probleme, auch wenn er Olympiasieger ist», gab er in Oberstdorf zu Protokoll.

Ans Aufgeben denkt Schlierenzauer jedoch nicht. Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Tournee, die er 2011/2012 und 2012/2013 gewinnen konnte, sei «keine Option», so Österreichs Teamchef Heinz Kuttin.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.12.2015, 17:30 Uhr

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Hofstetter, Zürich
    Es ist nicht das erste Mal, dass ein Skispringer psychische Probleme hat. Schlierenzauer ist burnout. Er wirkt müde, unkonzentriert und freudlos. Es ist bitter mit 25 Jahren zum alten Eisen zu gehören. Eine Hoffnung bleibt: Kasai. Der springt in einem Alter, in dem andere nicht mehr durch Leistung sondern durch eine Wampe auffallen, so gut, als könnte er der erste Mensch sein, der mit 50 Jahren noch Spitzensport betreibt. Also Schlierenzauer kann noch ein paar gute Jahre vor sich haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Florian Müller, Zürich
    Richtig, auf den ersten Blick. Bei genauem Hinsehen ist Schlierenzauer jedoch bei den Leuten, ausgeschieden als sechster Lucky Looser (nur 5 sind qualifiziert). Andreas Stjernen hingegen wäre ohne Präqualifikation nicht einmal in den ersten Durchgang gekommen. Ueli Mäder schreibt in macht.ch: Ressourcenknappheit bei CHMedien bringt Mainstreamjournalismus. Abschreiben, keine Recherche, tendenziöse Aussagen und keine gewaltfreie Berichterstattung. Schade.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen