Flache Flügel, neue Reifen und schöne Nasen

Vor dem grossen Umbruch im Jahr 2014 mit den neuen Turbo-Motoren fallen die Regeländerungen für die neue Formel-1-Saison moderat aus. Der Automobil-Weltverband FIA legt den Fokus wie immer auf die Sicherheit, aber auch die Optik spielt eine Rolle.

Fernando Alonso bei den freien Trainings in Melbourne

Bildlegende: Der neue Ferrari Fernando Alonso bei den freien Trainings in Melbourne Keystone

Für einmal halten sich die Regeländerungen für die neue Formel-1-Saison im überschaubaren Rahmen. Für SRF-Kommentator Michael Stäuble ist die «starke Einschränkung des Drag-Reduction-Systems (DRS)» die bedeutendste Neuerung auf das Jahr 2013 hin.

Waren bislang nur in den Rennen klar definierte DRS-Zonen ausgewiesen, in denen der Heckflügel geöffnet werden durfte, gilt diese Regel nun auch im Freien Training und im Qualifying. «Es ist wohl ein richtiger Entscheid der FIA», meint Stäuble. Durch das Flachstellen der Heckflügel sei ein recht grosses Gefahrenpotenzial da gewesen - dieses werde nun stark reduziert.

Was passiert mit den neuen Reifen?

Ein viel diskutiertes Thema bleiben die Reifen, die in der neuen Saison neue Mischungen haben. Sie werden sich schneller aufheizen und dadurch auch schneller abnutzen. Getestet wurde zuletzt in Barcelona, wo ganz andere Temperaturen herrschten als die Fahrer in Melbourne an diesem Wochendende vorfinden werden. «Wie im letzten Jahr müssen sich die Teams bezüglich der Reifen mit viel Unbekanntem auseinandersetzen. Das Spektakel dürfte gross sein», mutmasst Stäuble, der mit einer durchgehenden Zwei-Stopp-Strategie rechnet.

Neu definiert worden ist, bis wann sich ein Fahrer gegen ein drohendes Überholmanöver mit einem Spurwechsel wehren kann. Sobald der vorderste Teil des Frontflügels neben dem Hinterrad des Vordermanns auftaucht, sind Schlenker ab sofort verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Durchfahrtstrafe.

Keine Stufen-Nasen mehr

Die Stufen- oder Knicknasen der vergangenen Saison gehören grösstenteils der Vergangenheit an. Durch die Regeländerungen vor einem Jahr wurden die Teams gezwungen, aus Sicherheitsgründen die Fahrzeugspitze tiefer zu legen. In diesem Jahr ist nun eine Sichtblende erlaubt, die allerdings technisch keinen Unterschied macht und nur der Kosmetik dient. Die Teams nutzen die Chance unterschiedlich, es gibt Teil-Blenden oder Komplett-Blenden. Lotus dagegen fährt weiter mit der Knicknase. Die neuen Frontflügel dürfen bei einer Last von 100 kg nicht mehr als 10 mm nachgeben.