Stäubles «Man of the Race» - Romain Grosjean

Sebastian Vettel gewinnt den GP von Indien und ist erneut Weltmeister. Doch der «Man of the Race» für SRF-Kommentator Michael Stäuble ist der Franzose Romain Grosjean mit seinem Rush aus der 9. Startreihe auf das Podest.

Romain Grosjean zeigt beim GP von Indien eine herausragende Leistung.

Bildlegende: Reif für den Sieg Romain Grosjean zeigt beim GP von Indien eine herausragende Leistung. Keystone

Der Genfer Romain Grosjean (le franco-suisse, wie ihn die Kollegen von der französischen Sportzeitung «L’Equipe» früher nannten, jetzt nicht mehr…) erweckt für Frankreich die Formel 1 zu neuem Leben - nach langer Durststrecke. Grosjean ist in Genf aufgewachsen, hat den Schweizer Pass und den französischen.

Formel-1-Kommentator Michael Stäuble,

Bildlegende: Formel-1-Kommentator Michael Stäuble, SRF

Sein Vater ist Schweizer, seine Mutter ist französisch-schweizerische Doppelbürgerin, das ist inzwischen weitgehend bekannt. Romain fährt aber mit französischer Lizenz, weil er aus unserem westlichen Nachbarland wesentlich mehr Unterstützung bekam als aus der Schweiz. Das respektieren wir.

Grosjean - nächster GP-Sieger aus Frankreich?

Seit dem Sieg von Olivier Panis 1996 im Chaosrennen von Monaco hat kein Franzose mehr ein Formel 1-Rennen gewonnen. Aber heute, gut 17 Jahre später, scheint klar, wer die Durststrecke beenden wird: Romain Grosjean. In Indien stand er zum dritten Mal in Folge auf dem Podest, zum zweiten Mal ohne seinen grossen Schatten Kimi Räikkönen, dessen er sich heute endgültig entledigt hat.

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Formel 1: Highlights GP Indien («sportlive»)

5:14 min, vom 27.10.2013

Die Ein-Stopp-Strategie war ein grosses Risiko, eine Fahrt ins Ungewisse. Kimi scheiterte. Grosjean triumphierte, weil er die weichen Reifen, die Sieger Vettel schon nach zwei Runden loswerden musste, 13 Runden lang am Leben hielt. Dann folgten 47 auf dem Prime, mit der Regelmässigkeit eines Uhrwerks (noch eine sachte Anspielung auf seine Schweizer Wurzeln).

Berechnung, Cleverness, Fahrgefühl

Es war ein Erfolg der Taktik, der Berechnung, aber auch der Cleverness und des Fahrgefühls. Aus der 9. Startreihe aufs Podest, das hatte zuletzt Mark Webber geschafft, vor zweieinhalb Jahren in China.

Die Art und Weise des Triumphs erinnert ein wenig an den bislang letzten Formel-1-Weltmeister aus Frankreich. 1993, nur 3 Jahre vor dem erwähnten Panis-Sieg, Alain Prost. Vierfacher Weltmeister, wie Schumacher und Fangio… und Vettel!