Gemeinsam sollen sie stark sein

Die beiden besten Schweizer Töff-Piloten Tom Lüthi und Dominique Aegerter fahren nächste Saison unter demselben Dach. So unterschiedlich die beiden auch sind, gemeinsam sollen sie stark sein.

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Das neue Schweizer Moto2-Team

1:49 min, aus sportaktuell vom 12.9.2014

Tom Lüthi und Dominique Aegerter sind beide Berner, nur 50 Kilometer voneinander entfernt aufgewachsen. Beide sind sie Motorradrennfahrer aus Leidenschaft. In der zweithöchsten WM-Kategorie kämpfen sie gegeneinander um Siege und Podestplätze. Und nun werden sie dies in der kommenden Saison auch noch im selben Team tun. So viele Gemeinsamkeiten – aber doch so unterschiedliche Typen.

Lüthi, der Perfektionist

Zuerst ist da Tom Lüthi, der Wegbereiter. Seit 2002 fährt er in der Weltmeisterschaft, dieses Jahr bestreitet er seine 13. Saison. 2005 wurde er 125ccm-Weltmeister und Sportler des Jahres, sein Palmarès beinhaltet 7 Siege und 34 Podestplätze. Lüthi ist bescheiden, sympathisch und professionell. Sein Privatleben ist so stabil wie seine Position auf dem Bike – Tom Lüthi ist der Stylist, der Perfektionist in so vielen Bereichen.

Aegerter, der Draufgänger

Nett ist zweifellos auch Dominique Aegerter. Den Frauenschwarm zeichnet aber vor allem seine Coolness aus. Diese hat ihn, gepaart mit einer gesunden Portion Draufgängertum, zuerst zu einem Podest- und dann zu einem Siegfahrer gemacht. Seine grosse Fähigkeit ist nicht wie bei Lüthi das Hineinhorchen in die Maschine, das perfekte Feedback an seine Crew, sondern das Fahren, der Kampf Mann gegen Mann. Aegerter ist der geborene Racer. Kaum einer fährt in der Moto2 so verwegen wie er, kaum einer bremst vor einer Kurve so spät.

Doppelte Daten vorhanden

Und nun sollen die beiden also gemeinsam für Schweizer Erfolge sorgen. Auf der Strecke bleiben sie Konkurrenten, das ist klar. Stallorder sind im Motorrad-Zirkus verpönt und bei Lüthi und Aegerter erst recht kein Thema, da sie unter demselben Dach, aber in zwei verschiedenen Teams unterwegs sind.

Doch bei der so wichtigen Abstimmung der Motorräder, beim Finden des richtigen Setups, da können sich die beiden wertvolle Unterstützung liefern. Die beiden Chefmechaniker werden doppelt so viele Daten zur Verfügung haben und eine gemeinsame Strategie verfolgen können.

Zwei starke Fahrer, die gemeinsame Sache machen, das ist selten und fast immer von Erfolg gekrönt. In der Moto2 gibt es das MarcVDS-Team mit WM-Leader Esteve Rabat und seinem ersten Verfolger Mika Kallio. Und dann ist da noch das Pons-Team mit den beiden starken Rookies Maverick Vinales und Luis Salom. E basta!

Je unterschiedlicher, desto besser

Eine Zusammenarbeit zweier starker Fahrer ist umso fruchtbarer, wenn sie von unterschiedlichen Fahrertypen ausgeht. Und damit sind wir wieder am Anfang dieser Geschichte. Unterschiedliche Fahrer liefern noch einmal wertvollere Daten, da besser ersichtlich ist, ob die Ursache eines Problems beim Fahrer oder beim Motorrad zu suchen ist. Fortschritte sind so schneller möglich – egal ob das Chassis nun ein Suter- oder ein Kalex-Fabrikat ist (es wird übrigens Kalex sein).

Lüthi und Aegerter – nächste Saison sind sie gemeinsam unterwegs. Wenn die beiden harmonieren, wenn sie ihre Empfindlichkeiten zurückstecken und so gut wie möglich zusammen arbeiten, wenn sie sich als Teamplayer und nicht als Diven aufführen, ja dann dürfen wir uns aus Schweizer Sicht wirklich auf ein erfolgreiches 2015 freuen.

Sendebezug: SRF zwei, sportatkuell, 12.09.14, 22:20 Uhr