Wink mit der Streckenmauer für Marquez

Mit Tempo über 300 km/h geriet Marc Marquez im Training zum GP von Italien neben die Strecke. Der Horror-Crash endete an der Betonmauer der langen Geraden von Mugello ohne schlimme Folgen. Eine Art Wink mit dem Zaunpfahl für Überflieger Marquez.

Marc Marquez kam bei einem Horror-Crash glimpflich davon.

Bildlegende: Zwischen Genie und Wahnsinn Marc Marquez kam bei einem Horror-Crash glimpflich davon. EQ Images

Mugello hat mit 1141 Metern die zweitlängste Gerade aller GP-Strecken. Bei Rückenwind erreichen die 1000ccm-Maschinen an die 350 km/h. Den Rekord hält Dani Pedrosa mit 349 km/h. Nur 4 Meter neben dem Ort, wo die Piloten aus der Höchstgeschwindigkeit abbremsen, verläuft am Streckenrand eine Betonmauer.

Zwischen Genie und Wahnsinn

«Ich habe zu stark in die Bremse gegriffen», wird Marquez zitiert, «so ist mir das Vorderrad weggerutscht. Ich konnte im Grasstreifen abspringen.» Keine angenehme Vorstellung bei über 300 km/h. Marquez‘ Honda schrammte der Mauer entlang, der Fahrer kam glimpflich davon.

Eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Marquez einen schweren Unfall erlebt. Das Talent des 20-Jährigen ist unbestritten. Einen wie ihn gibt es pro Generation nur einmal. Vor 3 Jahren feierte er in der 125er-Kategorie hier in Mugello seinen 1. Sieg.

Seither hat er von 50 Rennen 27 gewonnen, 39 Mal stand er auf dem Podest – und dabei in die Königsklasse aufgestiegen: Ein Genie. Aber immer am Rand des Wahnsinns. Im Bestreben, das Limit immer weiter auszureizen, wird die Grenze immer schmaler. Heute ist das Genie dem Wahnsinn nochmal vom Sattel gesprungen.

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Der Sturz aus Marquez' Perspektive (Quelle: SNTV)

0:15 min, vom 1.6.2013

Herbert Zimmermann

Herbert Zimmermann

Der Motorrad-Kommentator von SRF schreibt regelmässig auf srf.ch/sport zu aktuellen Ereignissen in der Motorrad-WM.