Van Avermaet ist Strassen-Olympiasieger

Der Belgier Greg van Avermaet hat in Rio nach einem dramatischen Finale Gold im Strassenrennen geholt. Silber sicherte sich Jakub Fuglsang, Bronze Rafal Majka. Die Schweizer verpassten die Spitzenplätze.

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Van Avermaet überrascht – Schweizer ohne Exploit

3:13 min, vom 6.8.2016

  • Michael Albasini gehört im ersten Teil des Rennens zu einer sechsköpfigen Spitzengruppe
  • Beim ersten von zwei knüppelharten Aufstiegen zur Vista Chinesa fliegt das verbliebene Peloton auseinander
  • Der spätere Sieger Greg van Avermaet profitiert auch von einem Sturz 12 Kilometer vor dem Ziel
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Sturz in der Spitzengruppe kurz vor dem Ziel

0:34 min, vom 6.8.2016

Im olympischen Strassenrennen überschlugen sich zum Schluss die Ereignisse: 12 Kilometer vor dem Ziel erwischte es vom Spitzentrio gleich zwei Fahrer: Der Italiener Vincenzo Nibali und der Kolumbianer Sergio Henao riskierten in der Abfahrt von der Vista Chinesa zu viel und stürzten. Der Pole Rafal Majka konnte einen Sturz knapp verhindern und fuhr dem Ziel solo entgegen.

Grösster Erfolg für Van Avermaet

Doch Greg van Avermaet und Jakob Fuglsang machten Tempo und schluckten Majka einen Kilometer vor dem Ziel. Danach spielte der Belgier Van Avermaet seine Klasse aus und sicherte sich nach 237,5 Kilometern im Schlussspurt an der Copacabana Gold. Silber ging an den Dänen Fuglsang, Majka musste sich mit Bronze begnügen.

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Greg van Avermaet: «Es war ein perfekter Tag»

1:09 min, vom 6.8.2016

Für den 31-jährigen Van Avermaet aus dem schweizerisch-amerikanischen Team BMC ist dies der grösste Erfolg seiner Karriere. Bisher gewann er zwei Tour-de-France-Etappen und zweimal die Rundfahrten in Wallonien und Tirreno-Adriatico. «Es ist sehr speziell, heute ging alles perfekt auf. Wenn du gewinnst, gibt es nichts, worüber du dich beschweren könntest», freute sich Van Avermaet. Er bescherte Belgien zudem den ersten Olympiasieg im Strassenrennen seit 64 Jahren.

Schweizer und Froome geschlagen

Das Schweizer Quartett hatte am Ende nichts mit der Medaillen-Vergabe zu tun. Neben Michael Albasini, der zu Rennbeginn Teil einer sechsköpfigen Spitzengruppe gewesen war, zeigten aber bis 20 Kilometer vor dem Ziel vor allem Fabian Cancellara und Sébastien Reichenbach starke Leistungen.

Der Walliser Reichenbach belegte als bester Schweizer mit rund dreieinhalb Minuten Rückstand Rang 19, Cancellara wurde bei seinem letzten Olympia-Strassenrennen 34. Steve Morabito musste das Rennen wegen technischen Problemen aufgeben, auch Albasini beendete das Rennen nicht. Tour-de-France-Sieger Chris Froome, einer der meistgenannten Favoriten auf Gold, büsste 3 Minuten ein und wurde 12.

Malerische, aber anspruchsvolle Strecke

Die Streckenführung vor malerischer Kulisse vorbei an Urwald, Traumstränden aber auch entlang einfacher Häuser war technisch äusserst herausfordernd. Schon beim ersten von zwei knüppelharten Aufstiegen zur Vista Chinesa (max. Steigung: 20 Prozent) weit vor dem Ziel flog das verbliebene Peloton auseinander.

Sendebezug: Laufende Olympia-Berichterstattung