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Sotschi Sotschi: Geduld ist gefragt

In zwei Tagen beginnen in Sotschi die Winterspiele. Noch wird der Olympia-Park eifrig auf den ersten Höhepunkt, die Eröffnungsfeier am Freitagabend, getrimmt. Die Besucher tun gut daran, mit einer «Portion Geduld» anzureisen.

Legende: Video Spaziergang durch den Olympia-Park von Sotschi abspielen. Laufzeit 05:00 Minuten.
Aus sportaktuell vom 05.02.2014.

Dem Olympia-Park an der Küste des Schwarzen Meeres, rund 40 Kilometer ausserhalb von Sotschi, wird der letzte Schliff verpasst. Es werden noch eiligst Bäumchen verpflanzt und Scheiben poliert. Im Olympic Stadium, wo am Freitagabend die Eröffnungsfeier stattfindet, wird eifrig geprobt. Aus den Lautsprechern rund um die «Medal Plaza» ertönt wiederholt eine Fanfare, gefolgt von der Ankündigung fiktiver Medaillengewinner auf Englisch und Französisch.

Handlungsbedarf vorhanden

Bis zum ersten grossen Höhepunkt der Spiele dürfte es den Arbeitern und Volunteers nicht langweilig werden. Denn 48 Stunden vor dem Olympia-Startschuss besteht durchaus noch Handlungsbedarf: In den Hotels funktioniert vieles nicht, wie es sollte. Die Chauffeure der Shuttle Busse vom Flughafen zum Olympia-Park müssen noch nach dem Weg fragen. Ein Verpflegungsangebot ist bislang kaum vorhanden.

Kälin: «Personal ist nicht geschult»

Letzteres bestätigt auch Paddy Kälin, der seit letztem Freitag in Sotschi weilt. «Ausserhalb des Medien-Centers gibt es kaum Essensmöglichkeiten», sagt der SRF-Sportmoderator. Geht man am Abend in eines der wenigen Restaurants, muss man sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. «Geduld ist gefragt. Das meiste Personal ist nicht geschult und macht den Job zum ersten Mal.»

Gespannte Schnur soll die frisch verpflanzten Bäumchen vor dem Umkippen bewahren.
Legende: Stützhilfen Gespannte Schnur soll die frisch verpflanzten Bäumchen vor dem Umkippen bewahren. SRF

Sprachbarriere als Handicap

Hinzu kommt die Sprachbarriere: Viele Arbeiter und Volunteers sprechen gar keine Fremdsprache, der Rest kann sich mehr schlecht als recht verständigen. «Alle sind freundlich, bemüht und hilfsbereit. Aber die Verständigung ist ein Problem», so Kälin. Mit Händen und Füssen erreicht man aber meist (über Umwege) sein Ziel.

Seit er hier sei, habe sich der Olympia-Park optisch nicht gross verändert, meint Kälin. «Aber gearbeitet wird an allen Ecken.»

16 Tage im Schaufenster

Ab Freitag wollen sich Sotschi und der Olympia-Park 16 Tage lang von der besten Seite zeigen. «Die Wettkämpfe werden gut über die Bühne gehen, die Stadien sind bereit», ist Kälin, der von Sotschi «positiv überrascht ist», überzeugt. Die Geduld der Besucher dürfte jedoch bis zur Schlussfeier am 24. Februar noch das eine oder andere Mal auf die Probe gestellt werden.

Legende: Video Spaziergang durch die Ski-Station Rosa Chutor abspielen. Laufzeit 05:39 Minuten.
Aus sportaktuell vom 04.02.2014.

10 Kommentare

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  • Kommentar von W. E, H
    Konnte jetzt SRF-Technik das Problem mit den Kabeln lösen, sodass die Abfahrt der Männer am Sonntag übertragen werden kann? Trotz immensem Arbeitsaufwand der Techniker war es ja gestern noch nicht sicher, weil ja dafür verantwortliche Firmen diesbezüglich ziemlich geschlampt haben & die Lawinengefahr am Berg zudem sehr hoch ist. Die Frage stellt sich schon, ob Ski-Alpin-Veranstaltungen betreffend erhöhten Lawinengefahr überhaupt statt finden können?
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    1. Antwort von W. E, H
      Eben das 1. Abfahrtstraining der Männer anschauend:" Tolle Bilder! Tolle Momentaufnahmen! Das Problem scheint behoben zu sein? Danke! Danke! Danke! Einfach nur TOLL! :-))
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Es ist himmeltraurig, was die westliche Einheitsbrei-Medienlandschaft da abzieht. Die Olympia in Sotschi Tag für Tag, Stunde für Stunde alles bemängeln, was man nur irgendwie bemängeln kann. Als es überhaupt nichts Gutes gäbe (Arbeitsplätze im Tourismus, etc). Das hat nichts mehr mit Nachrichten zu tun.
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    1. Antwort von Cid Ciddi, Chur
      Tja, olympische Spiele sind nun mal kein Wald- und Wiesenturnier. Wer so einen Anlass durchführen will steht unweigerlich im Rampenlicht und wird in allen Facetten beurteilt. Was es mit den Arbeitsplätzen auf sich hat, können wir erst in einem Jahr beurteilen (nur interessiert es dann sowieso keinen mehr :-) )
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Da sind wir zwei uns tatsächlich einmal einig. Vor allem wenn ich daran denke, wie sehr vor den Spielen von 1980 in Moskau gekuscht und gekrochen wurde - die UdSSR war halt eine Weltmacht, vor der man zu zittern hatte, aber auch Russland ist auf dem Sprung dorthin, wie wir alle bald sehen werden -, kommt mir etliches geheuchelt und verlogen vor. Wem es nicht passt, der soll halt nicht schauen, geschweige denn hingehen, und das gilt vor allem auch für die "kritischen" Athleten.
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    3. Antwort von André Pi., ebikon
      jaja Russland und Weltmacht...das war einmal - in Russland/Sowjetunion lief in der Vergangenheit viel schief und heute genauso - diese olympischen Spiele finde ich ziemlich gestört von dem was man so hört...finde sowieso das Getue um die olympischen Spiele völlig übertrieben - wird viel zuviel wert gelegt auf diese Sportler und den Russen geht es einzig darum ja möglichst alles in gutem Schein/Glanz darzustellen wie bei den Chinesen 2008 - typisch für solche (kommunistischen) Länder...
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  • Kommentar von susi sieber, basel
    die zuschauer und journalisten täten gut daran gar nicht erst anzureisen und diese drecksveranstaltung zu unterstützen!
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    1. Antwort von Roger Meier, Winterthur
      Sie sagen es..!
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Ja, Drecks-Sportveranstaltungen waren schon immer mit Dreckswerbung zugestopft. Wir Drecks-Zeit, das man Drecks-Sportveranstaltungen abschafft.
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    3. Antwort von Zu Schauer, Neuchatel
      Dann bleiben sie doch zu Hause. Ich jedenfalls schaue mir die Wettbewerbe noch so gerne an, weil Sport auf höchstem Niveau geboten wird. Zwar bin ich längst nicht mit allem einverstanden, was in Russland abgeht, aber das ist nicht mein Bier. Wir wollen uns ja schliesslich auch nicht von der EU sagen lassen, was wir tun und lassen sollen. Da gehört es sich auch nicht, Russland bei allem dreinzureden. Oder denken Sie, Sie alleine haben Recht auf dieser Welt? Das denken 8Mia andere Menschen auch...
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