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ATP-Tour Federer und seine vermeintlich schwache Unterlage

Am Mittwoch startet Roger Federer mit dem ATP-1000-Turnier in Monte Carlo in die Sandplatzsaison. Auf der roten Asche konnte der Baselbieter bisher zwar die wenigsten seiner Titel sammeln, die Statistiken sind dennoch überzeugend.

Roger Federer schlägt 2014 beim ATP-1000-Turnier in Monte Carlo eine Rückhand.
Legende: Zurück auf der roten Asche Roger Federer zählt in Monte Carlo zu den Titelanwärtern. EQ Images

84 Titel konnte Roger Federer (ATP 2) in seiner einzigartigen Karriere bisher gewinnen. «Nur» zehn dieser Triumphe realisierte der Baselbieter auf Sand. Auf Hartplätzen sind es 58, auf Rasen deren 14. Angesichts dieser Zahlen ist es logisch, dass man die langsamste Unterlage als die schwächste des 33-Jährigen bezeichnet.

Nur Nadal und Djokovic mit besserer Bilanz

Die Bezeichnung «schwach» ist trotzdem fehl am Platz. Die Quote an gewonnen Spielen auf Sand fällt bei Federer mit 76,2 Prozent äusserst stark aus. Von den derzeitigen Topspielern ist dies der drittbeste Wert. Nur der Serbe Novak Djokovic (ATP 1) und der Spanier Rafael Nadal (ATP 5) sind hier besser als der Schweizer. Während Djokovic mit 78,3 Prozent nur knapp vor Federer liegt, ist Nadal mit unglaublichen 92,9 Prozent die unangefochtene Nummer 1 auf der roten Asche.

Im Vergleich mit Djokovic hat Federer allerdings beim wichtigsten Sand-Turnier die Nase vorn. Der Baselbieter stand an den French Open insgesamt fünfmal im Final und sicherte sich 2009 den Titel. Dieser fehlt dem Serben nach zwei Final-Niederlagen gegen den neunfachen Champion Nadal noch.

Starke Werte auch auf Sand

Dass Sand als Federers schwächste Unterlage bezeichnet wird, hängt also weniger mit seinen Leistungen als vielmehr mit seinen beeindruckenden Statistiken auf den anderen Belägen zusammen. Auf Hartplätzen konnte er 83,1 Prozent seiner Spiele gewinnen, auf Rasen gar 87,3 Prozent.

Analysiert man die Partien auf Sand im Vergleich mit denjenigen auf anderen Belägen, fällt Federer kaum ab. Gewinnt er auf Rasen 92 und auf Hartplatz 89 Prozent seiner Aufschlagsspiele, fällt der Wert auf Sand mit 84 Prozent immer noch beeindruckend aus. Bei den gewonnenen Return-Games ist Federer auf Sand (28 %) gar erfolgreicher als auf Hartplatz (27 %) und auf Rasen (25 %).

Gewonnene Spiele nach Unterlage


Novak Djokovic
Roger Federer
Andy Murray
Rafael Nadal
Hart83,3 %
83,1 %
77,9 %
77,5 %
Rasen80,0 %
87,3 %
83,0 %
77,9 %
Sand78,3 %
76,2 %
63,0 %
92,9 %





Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 13.04.15, 18:45 Uhr

Djokovic zieht an Nadal vorbei

Novak Djokovic steigt in seine 142. Woche als Nummer 1. Der Serbe zieht somit an Rafael Nadal vorbei, der das Ranking bislang 141 Wochen angeführt hat. Ausser Reichweite liegen derzeit Roger Federer (302), Pete Sampras (286), Ivan Lendl (270) und Jimmy Connors (268).

17 Kommentare

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  • Kommentar von jonathan nagel, zürich
    Das wichtigste wurde nicht erwähnt: Federers Bilamz ist auf Sand nur "schwach" wegen Nadal. Eigentlich ist er ja auch der beste Sandplatzspieler seiner Zeot, abgesehen von den Niederlagen gegen Rafa
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Stimmt. Ohne Nadal hätte Federer bereits bis zu vier Major-Titel mehr. An den French Open stand er fünfmal im Final, viermal gegen Nadal. Nur gegen Söderling konnte er dort bisher gewinnen.
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  • Kommentar von O. W., Bern
    Kaum geht's um Federer, kommen die Herren Hans Imhof aus Bern und Jean Passant aus Thun und lassen sich über ihn aus. Kommt schon, wir sind doch keine Kinder mehr!? Was Roger Federer in all den Jahren nicht nur für den Schweizer Sport, sondern gar für den Weltsport getan hat, ist Wahnsinn. Kein Sportler hat bisher sein Land besser repräsentiert als RF. Bodenständig, neutral, erfolgreich und sympathisch. Er ist der grösste Tennisspieler aller Zeiten und da gibt's nichts mehr dazu zu sagen...
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  • Kommentar von Inge Ross, 3153 Rüschegg Gambach
    Was soll das ganze Hin-undHer:JEDES Match ist erst entschieden, wenn der LETZTE Ball gespielt ist. Also abwarten und dem jeweiligen Liebling die Daumen drücken ;-))
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