Federers mentale Anforderung an die Gegner

Mit seiner Offensiv-Taktik bei gegnerischem Aufschlag hat Roger Federer in Cincinnati für Aufsehen gesorgt. Mit dem Vormarsch Richtung Netz will der Schweizer seine Gegner aus dem Konzept bringen und mental fordern.

Video «Tennis: Federers neuer Offensiv-Return» abspielen

Federers neuer Offensiv-Return

1:09 min, vom 24.8.2015

Normalerweise stürmt im Tennis der aufschlagende Spieler ans Netz. Roger Federer verblüffte nun in Cincinnati die Fachwelt und stiess auch als retournierender Akteur bis ans Netz vor - zumindest fast. «Ich nehme den Ball sehr früh, fast im Halb-Volley. Diesen Schlag kann ich gegen bestimmte Gegner einsetzen, damit kann ich sie eventuell frustrieren, durcheinanderbringen», zog Federer nach seinem triumphalen Final-Sieg gegen Novak Djokovic zufrieden Bilanz.

«  Mir macht es Freude, mal etwas anderes zu machen. »

«Ich bin total happy, dass es so gut funktioniert», freute sich «Tüftler» Federer, der mit der neuen Offensiv-Taktik noch einmal für etwas Abwechslung in seinem Tennis-Leben sorgen will. «Mir macht es Freude, mal etwas anderes zu machen, als den Ball einfach als Slice oder ganz normal zu retournieren.»

Ein Schlag für die lange Hartplatz-Saison

Der Schlag sei vor allem etwas für Spiele auf Hartplatz, meinte Federer weiter. Dass dies nun gleich auf Anhieb geklappt habe, sei erfreulich. Denn die Saison auf den schnellen Unterlagen dauere nun ja sieben Monate.

Novak Djokovic wusste am Sonntag in Cincinnati noch keine Antwort auf den neuen Federer-Trick. Und dies ist durchaus im Sinn des Erfinders: «Vielleicht kann ich meine Gegner damit auch mental noch etwas mehr fordern», so Federer.

Sendebezug: SRF info, sportlive, 23.08.2015, 19:00 Uhr.

Video «Tennis: Interview mit Roger Federer» abspielen

Federer: «Es war eine wahnsinnige Woche»

2:18 min, vom 24.8.2015