4 Fragen zur Zukunft des Davis-Cup-Teams

Die Schweiz wird im Davis Cup auch 2017 in der Weltgruppe spielen. Doch mit welchen Erfolgsaussichten? Wir liefern Antworten zu 4 brennenden Fragen.

Roger Federer und Stan Wawrinka.

Bildlegende: Wie sieht ihre Zukunft im Davis Cup aus? Roger Federer und Stan Wawrinka. Getty Images

1. Wer sind die möglichen Gegner in der 1. Runde?

Die Schweiz kann vom 3.-5. Februar 2017 auf folgende 8 Nationen treffen:

  • Heimspiel: Spanien, Australien, Italien, Russland
  • Auswärtsspiel: USA, Deutschland
  • Losentscheid: Kanada, Japan

Die Auslosung findet am Donnerstag um 14 Uhr Schweizer Zeit in London statt.

2. Wie wichtig ist der Verbleib in der Weltgruppe für den Tennisverband?

Aus finanzieller Sicht ist der Klassenerhalt ein Segen. «Wir hoffen jetzt natürlich auf viele Heimspiele. Mit den Gewinnen, die wir dort realisieren, können wir die jungen Spieler fördern. Damit können wir gewährleisten, dass diese genügend finanzielle Möglichkeiten haben, um sich positiv entwickeln zu können», erklärt Alessandro Greco, Chef Leistungssport bei Swiss Tennis.

Klar ist aber: Zu einem Plusgeschäft wird der Davis Cup nur dann, wenn Federer und/oder Wawrinka dabei sind.

3. Werden Roger Federer und Stan Wawrinka wieder dabei sein?

Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, sind die Perspektiven bezüglich Teilnahme der beiden Ausnahmekönner für 2017 eher düster. Folgende Gründe sprechen dagegen:

  • Der Erstrunden-Termin liegt äusserst unglücklich, es wird in der Woche nach den Australian Open gespielt. Könnte im Extremfall heissen: Am Sonntag Final in Melbourne, am Freitag Davis Cup im kanadischen Vancouver.
  • Wawrinka hat nach dem US-Open-Triumph Blut geleckt und dürfte sich in Zukunft noch mehr auf die Gross-Events konzentrieren. Bei Federer geht es 2017 primär darum, nach der langen Verletzungspause wieder genügend Spielpraxis zu erhalten.
  • Die beiden haben nie einen Hehl daraus gemacht, gerne einmal den Titel zu gewinnen. Dies ist ihnen 2014 gelungen. Wie gross der Hunger auf weitere Davis-Cup-Trophäen ist, ist fraglich.

Ein Ja zum Davis Cup hängt natürlich stark vom Austragungsort und vom Gegner ab. Und wenn man einmal im Halbfinal steht, sieht die Lage vielleicht auch wieder ganz anders aus.

Das Schweizer Team nach dem Sieg gegen Usbekistan.

Bildlegende: «Wir bleiben oben» Das Schweizer Team nach dem Sieg gegen Usbekistan. Keystone

4. Was ist von der zweiten Garde zu erwarten?

Henri Laaksonen hat sich in den letzten Jahren vom Sorgenkind zum Teamleader ad interim gewandelt. In den letzten Begegnungen stellte der 24-Jährige sein Können immer wieder unter Beweis. Unvergessen seine beiden Fünfsatzsiege gegen die Belgier Steve Darcis und Ruben Bemelmans 2015.

Wunderdinge sind von Laaksonen wie auch von Shooting-Star Antoine Bellier aber keine zu erwarten. Ganz zu schweigen davon, dass die Kaliber in der 1. Runde von einem anderen Format sein werden als noch die Gegner in Usbekistan.

Sendebezug: sportlive, SRF zwei, 18.9.16, 07:00 Uhr