Eklat im Schweizer Davis-Cup-Team

Kurz vor Beginn der Davis-Cup-Begegnung gegen Belgien in Lüttich hat Yann Marti für einen Eklat im Schweizer Team gesorgt. Weil er nicht für die beiden Einzel berücksichtigt wurde, kehrte der Walliser in die Schweiz zurück.

Yann Marti im Outfit des Schweizer Davis-Cup-Teams.

Bildlegende: Abreise Yann Marti kehrte in die Schweiz zurück. Keystone

Marti (ATP 292) wäre nominell der bestklassierte Spieler im Schweizer Team gewesen. Dennoch wurde er von Captain Severin Lüthi etwas überraschend nicht für die ersten beiden Einzel-Spiele gegen Belgien nominiert.

Marti verliess deshalb das Team im Streit. «Ich kann solche Entscheidungen nicht mehr akzeptieren», wurde er in Le Nouvelliste zitiert. Die Nicht-Berücksichtigung sei die grösste Enttäuschung seiner Karriere gewesen.

«Inakzeptables Verhalten»

Swiss Tennis sprach seinerseits von einem «inakzeptablen» und «unsportlichen» Verhalten Martis. Lüthi habe den 26-Jährigen deshalb aus dem Team ausgeschlossen. Der Verband stehe «vollumfänglich» hinter Lüthis Entscheid.

Marti selbst äusserte sich am Donnerstagabend nur kurz. Via Twitter dankte er seinen Fans, von denen er aufmunternde Worten bekommen habe.

Fokus auf Routine

Lüthi hatte den Verzicht auf Marti damit begründet, dass Michael Lammer (ATP 576) der erfahrenere Spieler sei: «Ich will am Freitag soviel Routine wie möglich auf dem Platz haben». Immerhin sei Lammer mal die Nummer 150 der Weltrangliste gewesen, führte Lüthi weiter aus. Neben Lammer, der am Freitag die zweite Partie gegen Steve Darcis bestreitet, hat Lüthi für das Eröffnungsspiel Henri Laaksonen (ATP 344) nominiert.

Stan Wawrinka kritisierte Marti indirekt, indem er einen Tweet mit dem Wortlaut weiterverbreitete: «Yann Marti, ein Team bedeutet: Die Entscheidung des Captains respektieren und die Teamkollegen unterstützen, wenn sie dich brauchen.»

Sendebezug: SRF 4 News, Nachmittagsbulletin, 5.3.2015