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Davis Cup «Gott sei Dank gibt es Stan»

Mit dem Gewinn des Davis Cups hat das Schweizer Team einen historischen Erfolg gelandet. SRF-Tennisexperte Heinz Günthardt strich dabei besonders die Rolle von Stan Wawrinka heraus, der sich der Verantwortung gestellt und dem Druck standgehalten hat.

Stan Wawrinka im Scheinwerferlicht beim Davis-Cup-Final in Lille
Legende: Verdienter Lohn für ein grossartiges Jahr Stan Wawrinka setzte seiner Saison mit dem Triumph in Lille die Krone auf. EQ Images

Einmal mehr stand nach einem grossen Schweizer Tenniserfolg vorerst Roger Federer im Rampenlicht. Der Baselbieter war es gewesen, welcher der Schweiz den siegbringenden 3. Punkt im Duell mit Frankreich gesichert hatte und deshalb im Zentrum des unmittelbaren Jubels stand.

Den Grundstein zum Erfolg in Lille hatte aber zuvor Stan Wawrinka gelegt. Der Romand sprang am ersten Tag in die Bresche, als Federer noch mit seinen Rückenproblemen kämpfte. «Es war extrem wichtig, dass Stan Tsonga schlagen konnte», meinte Federer rückblickend. «Gott sei Dank gibt es Stan», pflichtete SRF-Tennisexperte Heinz Günthardt bei.

Wawrinkas beste Davis-Cup-Leistung

Dabei war auch die Art und Weise des Siegs wichtig. Tsonga kam danach nicht mehr zum Einsatz und die Stimmung in der riesigen Arena erlitt aus einheimischer Sicht einen herben Dämpfer. «Es war nicht einfach, mit Rogers Verletzung umzugehen», sagte Wawrinka. «Ich habe versucht, mich möglichst gut vorzubereiten und auf mich selbst zu konzentrieren.»

Legende: Video «Heinz Günthardt über Wawrinkas Rolle» abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Vom 23.11.2014.

Auch im Doppel am Samstag hinterliess Wawrinka den stärkeren Eindruck als Federer. «Das war der beste Stan, den ich jemals im Davis Cup gesehen habe», meinte Günthardt. Aufgrund Federers Verletzungssorgen habe ein Wechsel in der Hierarchie stattgefunden. «Wawrinka nahm die Verantwortung wahr, kam am Freitag als Nummer 1 im Team auf den Platz und spielte dementsprechend.»

Wawrinkas Wahnsinns-Jahr

Mit dem Gewinn des Davis Cups setzte Wawrinka seinem Tennisjahr 2014 die Krone auf, nachdem die Saison mit dem erstmaligen Gewinn eines Grand-Slam-Turniers bei den Australian Open mit einem grossen Highlight begonnen hatte.

«Das war ein unglaubliches Jahr für mich. Den Davis Cup zu gewinnen war immer mein Traum», sagte Wawrinka, der nie einen Hehl aus seiner Liebe zum Team-Wettbewerb gemacht hatte. Und als grosser Teamplayer fügte er an: «Heute haben wir bewiesen, dass wir eine tolle Truppe sind. Wir haben als Freunde zusammengehalten und den Franzosen Paroli geboten.»

Legende: Video «Interview mit Stan Wawrinka (französisch)» abspielen. Laufzeit 2:25 Minuten.
Vom 23.11.2014.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    Als Roger Federer Schweizer des Jahres wurde, hielt Bernard Russi eine wunderbare Anrede. Kann mich erinnern als er sagte : Im Sport gibt es kein Röstigraben. Beim Lesen einiger der Kommentare während diesem Wochenende, gibt es ihn dennoch. Schade! Roger, Stan, Severin, das gesamte Team haben zum Sieg beigetragen, nicht am wenigstens wegen dem Teamgeist. Ein Beispiel was daraus werden kann, wenn man zusammenhält. Gratulation an alle.
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  • Kommentar von Oliver Walther, Bern
    Verdienter Lohn für ein grossartiges Jahr - besser kann man es nicht ausdrücken! Wawrinka ist zum Leader gereift und hat das Team mit seinen Leistungen und der gewonnen Konstanz zum Titel geführt. Durch seine unglaubliche Motivation und sein Kämpferherz hat er das ganze Davis-Cup Team inspiriert und diesen Erfolg möglich gemacht. Stan ist eindeutig ganz oben angekommen und wird auch nächstes Jahr grosse Turniere gewinnen!
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  • Kommentar von Monika S., Winterthur
    Ich bin seit Jahren ein grosser Federer Fan, aber als Schweizerin verfolge ich natürilich auch die Partien der anderen schweizer Spieler. Ich finde es eine super Leistung von Stan, dass er sich so enorm steigern konnte. Hatte wirklich bedenken nach diesen Spielen im Herbst. Das Team hat verdient gewonnen. Eigentlich schade, dass Roger das Einzel spielte ich hätte es Stan gegönnt den entscheidenden Punkt zu holen. Doch Hauptsache sie haben gewonnen. Gratulation an alle
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