Grosse Fragezeichen um Federer

Auch gut 20 Stunden nach Roger Federers Forfait an den ATP Finals in London fehlen gesicherte Informationen um seine körperlichen Beschwerden. SRF-Tennisexperte Heinz Günthardt kann deshalb nur mutmassen, «dass er vielleicht selber noch nicht so recht weiss, wie es weitergehen soll».

Swiss Tennis hält am Dienstag, 16:45 Uhr, im Finalort Lille die obligate Medienkonferenz ab. Bis dahin bleibt die Ungewissheit, was Federers Rückenprobleme betrifft. Ob die Weltnummer 2 fähig ist, das Schweizer Team im Davis-Cup-Endspiel gegen die Franzosen anzuführen? Stattdessen werden Spekulationen herumgeboten.

Er werde nach Lille reisen, versicherte Federer immerhin noch am Sonntagabend. Bis anhin ist aber nur ein Tweet von Teamkollege Stan Wawrinka überliefert, der schwer beladen zur mittlerweile ebenso schwer gewordenen Mission im Norden Frankreichs aufbrach.

Interpretationen für sein Fernbleiben

SRF-Tennisexperte Heinz Günthardt kennt ebenfalls keine Details. Er nennt den Grund dafür, weshalb konkrete Angaben fehlen: «Roger hat sich nach dem Forfait nicht wie üblich der Presse gestellt.» Und der Zürcher hat auch eine Idee, weshalb Federer diesen Termin ausliess. «Seine Enttäuschung muss sehr gross gewesen sein. Es kann auch sein, dass er selbst nicht so recht weiss, wie es weitergehen soll. Folglich wollte er nicht dort sitzen und auf Fragen nur vage antworten.»

Günthardt gibt aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich Federer innert 48 Stunden so gut erholt, dass ein Einsatz denkbar ist.

Die Website der L'Equipe

Bildlegende: Die Website der L'Equipe Die Gerüchteküche ist am brodeln. EQ Images

L'Equipe: Provokativ und spöttisch

Auch L'Equipe macht Federers körperliche Verfassung auf ihrer Website zum Thema Nummer 1. Das Medium ruft zu einer Umfrage auf und will wissen, ob die User an einen Einsatz des 17-fachen Grand-Slam-Gewinners glauben. Es zitiert die Weltnummer 1 Novak Djokovic. «Ich habe mit Roger über den Davis Cup gesprochen, er weiss nicht, ob er spielen kann. Es ist sehr fraglich», soll der Serbe nach Federers Verzicht auf das Endspiel gesagt haben.

Für den Fall eines Forfaits stellt die Zeitung schon eifrig Gedankenspiele an und Hypothesen auf. Zudem kolportiert sie einen Zwist, der sich angeblich zwischen Federer und Wawrinka nach deren epischem Halbfinal-Duell an den ATP Finals in London zugetragen haben soll. Sie stellt die provokative Frage: «Haben sich die Schweizer selbst zerstört?» Nicht frei von jedem Hohn ist auch der Verweis von L'Equipe auf die ATP-Einzel-Rankings der beiden weiteren Schweizer Teammitglieder: Marco Chiudinelli (ATP 212) und Michael Lammer (ATP 508).

Sendebezug: SRF 1, Tagesschau, 17.11.14 12:45 Uhr