Schweiz klarer Favorit - Italiener überraschen

Das Schweizer Davis-Cup-Team geht am Freitag in Genf als klarer Favorit in den Halbfinal gegen Italien. Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass Roger Federer und Co. mit dieser Rolle nicht immer gut zurecht kamen. Die Italiener sorgen derweil mit ihrer Nomination für eine Überraschung.

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Auslosung und Reaktionen

3:48 min, aus sportaktuell vom 11.9.2014

Bisher schaffte die Schweiz einmal den Sprung in den Davis-Cup-Final. 1992 besiegten Marc Rosset und Jakob Hlasek in Genf Brasilien mit 5:0. Im Kampf um den Titel mussten sich die Schweizer dann den USA mit 1:3 geschlagen geben.

Gefährliche Favoritenrolle

22 Jahre später stehen die Chancen für die Schweiz auf eine zweite Final-Teilnahme gut. Angeführt von Roger Federer und Stan Wawrinka ist das Team gegen Italien klarer Favorit. Allerdings ist man mit dieser Rolle nicht immer gut zurechtgekommen. 2012 scheiterten die ambitionierten Schweizer in Freiburg bereits in der 1. Runde mit 0:5 an den USA. Und im Viertelfinal im April gegen Kasachstan geriet man auf dem Weg zum 3:2-Sieg trotz Bestbesetzung mit 1:2 in Rückstand.

Doppel als wunder Punkt

Auch vor dem Duell mit Italien gibt es ein paar Unsicherheitsfaktoren. Vor allem beim Doppel kann man ein Fragezeichen setzen. Von den letzten zwölf Doppel-Partien im Davis Cup gewannen die Schweizer nur deren drei. Federer/Wawrinka, die Doppel-Olympiasieger von Peking 2008, verloren ihre letzten vier gemeinsamen Davis-Cup-Einsätze.

Negative Gedanken kommen im Schweizer Team aber nicht auf. «Wir fühlen uns gut und wir sind gut vorbereitet», sagt Federer. Zwar würden die Bälle in Genf höher abspringen als zuletzt an den US Open, «im Prinzip lässt es sich aber mit der gleichen Taktik spielen», so der Baselbieter.

Bolelli anstelle von Seppi

Gut vorbereitet dürfte auch Gegner Italien sein. In taktischer Hinsicht sorgte der südliche Nachbar bei der Auslosung für eine Überraschung. Im Einzel setzen die Gäste neben Team-Leader Fabio Fognini nicht auf seine nominell zweitbeste Kraft, Andreas Seppi (ATP 48). Anstelle des 30-Jährigen erhielt der um 28 Plätze schlechter klassierte Bolelli das Vertrauen. Die Teamleitung begründete den Entscheid damit, dass sich der 28-Jährige auf einem schnellen Belag besser fühle.

«Ich habe eher mit Seppi als mit Bolelli gerechnet», meinte Federer. «Aber wir schauen ohnehin auf uns. Wenn wir unsere Sache gut machen, spielt es keine Rolle, ob der Gegner Bolelli oder Seppi heisst.» Im zweiten Einzel vom Freitag trifft Wawrinka auf Fognini.

Einzel-Bilanz spricht für die Schweiz

Im Davis Cup traf die Schweiz bisher fünfmal auf Italien, dreimal setzte es eine Niederlage ab. Im Head-to-Head der Einzelspieler liegen die beiden Schweizer gegen die beiden Italiener aber vorne. Federer setzte sich sowohl gegen Fognini als auch gegen Bolelli in bisher jeweils 2 Duellen durch. Wawrinka führt gegen Fognini mit 3:1, gegen Bolelli mit 2:1 Siegen.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 11.09.14 18:45 Uhr

Davis-Cup-Duelle Schweiz vs. Italien

2009 / PlayoffItalien - Schweiz 2:3
1999 / 1. RundeSchweiz - Italien 3:2
1980 / Europa-Zone HalbfinalItalien - Schweiz 5:0
1934 / Europa-Zone ViertelfinalItalien - Schweiz 5:0
1932 / Europa-Zone ViertelfinalSchweiz - Italien 2:3

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den Auftakt in den Davis-Cup-Halbfinal zwischen der Schweiz und Italien am Freitag ab 12:40 Uhr live auf SRF zwei.