Bacsinszkys grosse Chance

Timea Bacsinszky kann an den Australian Open in Melbourne zum ersten Mal seit den US Open 2008 wieder in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers vorstossen. Der Lausannerin bietet sich in Australien eine goldene Chance.

Timea Bacsinszky in Aktion

Bildlegende: In Form Timea Bacsinszky hat in Melbourne eine historische Chance. Keystone

Ein Steigerungslauf ist die Karriere von Timea Bacsinszky bislang nicht gewesen. Als die Romande als 19-Jährige an den US Open 2008 in die dritte Runde vorstiess, prognostizierten Bacsinszky nicht wenige Experten eine grosse Karriere. Dass die Schweizerin mehr als 6 Jahre später noch immer auf ihren zweiten Drittrunden-Match an einem Grand-Slam-Turnier wartet, hätte damals jedenfalls kaum jemand für möglich gehalten.

Eine schicksalhafte Einladung

Zahlreiche Verletzungen (Knöchel) und familiäre Probleme bremsten Bacsinszky nach ihrem kometenhaften Aufstieg in der Folge indes immer wieder. 2012 war sie in der Weltrangliste auf Position 433 abgerutscht, im Jahr darauf hatte sie den Beschluss zum Rücktritt eigentlich schon gefasst. Bis eine Einladung an die Qualifikation der French Open ihre Einstellung zum Tennis veränderte.

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Matchball Bacsinszky - Jankovic (unkommentiert)

0:19 min, vom 20.1.2015

Ende 2013 hatte sie bereits wieder 150 Plätze gutgemacht in der Weltrangliste, im vergangenen Jahr verbesserte sie sich bis auf Position 48. Und die aktuelle Saison hätte besser fast nicht starten können: In ihrem ersten Turnier in Shenzhen schlug sie Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova und zog in den Final ein. In Melbourne bezwang sie in der 1. Runde mit Jelana Jankovic die Nummer 15 der Welt.

Glücklich wie nie zuvor

Bacsinszky surft auf einer Erfolgswelle, sagt: «Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich glücklich.» Schlägt sie in der Nacht auf Donnerstag in der 2. Runde die US-Amerikanerin Anna Tatischwili (WTA 141), dürfte sie die beste Weltranglisten-Position ihrer Karriere erreichen und gleichzeitig Belinda Bencic als bestklassierte Schweizerin ablösen.

So weit will Bacsinszky aber nicht denken. «Ich versuche jetzt einfach, nicht euphorisch zu werden. Denn man darf nie aus den Augen verlieren, wie viel Aufwand es braucht, damit man sich überhaupt mit den Besten messen kann.» Aus Bacsinskzy spricht die Erfahrung einer jungen Spielerin, die auf der Achterbahnfahrt ihrer Karriere schon (zu) viel erleben musste – die jetzt aber wieder steil auf dem Weg nach oben ist.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 20.01.15, 08:00 Uhr