Déjà-vu: Federer unterliegt bärenstarkem Djokovic

Roger Federer ist die Revanche für den verlorenen Wimbledon-Final vom Vorjahr gegen Novak Djokovic nicht geglückt. Der Schweizer zeigte gegen die Weltnummer 1 erneut hochklassiges Tennis, Djokovic machte aber die wichtigen Punkte und gewann die Partie in vier Sätzen.

Der Wimbledon-Final 2015 hatte Parallelen mit demjenigen des Vorjahres. Roger Federer spielte stark, Novak Djokovic stärker. Die serbische Weltnummer 1 wusste auf fast alle Angriffe des formstarken Schweizers eine Antwort und setzte sich letztlich verdient mit 7:6, 6:7, 6:4 und 6:3 durch.

Djokovic feierte seinen 9. Grand-Slam-Titel, den 3. auf dem Rasen von Wimbledon. Federer hingegen verpasste die Möglichkeit, mit dem 8. Titel im Südwesten Englands alleiniger Rekordhalter zu werden.

Federer angriffig, Djokovic fast fehlerfrei

Dabei war der Schweizer stark in die Partie gestartet. Federer spielte aggressiv, variierte gut und war bei den Netzangriffen meist erfolgreich.

Einzig beim Service war Federer an diesem Tag nicht ganz so stark wie noch im Halbfinal gegen Andy Murray. Zudem leistete sich der Schweizer zuviele Eigenfehler. Vor allem aber stand auf der anderen Seite des Netzes ein Kontrahent, der von der Grundlinie nahezu fehlerfrei agierte und auch in Bedrängnis so manchen Ball im Spiel hielt.

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Djokovic feiert seinen Triumph auf und mit Rasen

0:34 min, vom 12.7.2015

Sätze 1 und 2 auf des Messers Schneide

In den Sätzen 1 und 2 musste das Tiebreak entscheiden. Beide Male gewann es der Spieler, welcher während des Satzes eher in der Defensive gewesen war. So musste Federer seinem Kontrahenten den 1. Satz überlassen, nachdem er zwei Satzbälle vergeben hatte. Die Kurzentscheidung ging mit 7:1 klar an den Serben.

Im zweiten Umgang kam Djokovic gar zu 7 Satzbällen, ehe Federer das Tiebreak nach zwischenzeitlichem 3:6-Rückstand mit 12:10 für sich entschied.

Djokovic am Ende souverän

In den Umgängen 3 und 4 spielte Djokovic seine Stärken aus und bekam klar Überhand. Der Serbe dominierte die meisten Ballwechsel, schaffte jeweils früh ein Break und brachte beide Umgänge je in etwas mehr als 30 Minuten ins Trockene. Bei Aufschlag Federer verwertete Djokovic seinen ersten Matchball mit einem platzierten Rückhand-Winner.

Während sich Djokovic über die erfolgreiche Titelverteidigung freuen durfte, musste Federer konstatieren, dass er auch 2015 ganz nahe daran war, die Weltnummer 1 bei seinem Lieblingsturnier zu besiegen. Aber eben nur nahe dran.

Grand-Slam-Bilanz Federer - Djokovic: Es steht 6:7

JahrTurnierRundeSiegerResultat
2015WimbledonFDjokovic7:6, 6:7, 6:4, 6:3
2014WimbledonFDjokovic6:7, 6:4, 7:6, 5:7, 6:4
2012WimbledonHFFederer6:3, 3:6, 6:4, 6:3
2012ParisHFDjokovic6:4, 7:5, 6:3
2011New York
HFDjokovic6:7, 4:6, 6:3, 6:2, 7:5
2011ParisHFFederer7:6, 6:3, 3:6, 7:6
2011MelbourneHFDjokovic7:6, 7:5, 6:4
2010
New YorkHFDjokovic5:7, 6:1, 5:7, 6:2, 7:5
2009New YorkHFFederer7:6, 7:5, 7:5
2008New YorkHFFederer6:3, 5:7, 7:5, 6:2
2008MelbourneHFDjokovic7:5, 6:3, 7:6
2007New YorkFFederer7:6, 7:6, 6:4
2007MelbourneAFFederer6:2, 7:5, 6:3

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 12.7.2015, 15:00 Uhr.

Resultate