Drittrunden-Gegner Seppi oder Federers erhörter Wunsch

Nach dem Viersatz-Erfolg gegen Simone Bolelli bekommt es Roger Federer in der 3. Runde der Australian Open mit einem weiteren Italiener zu tun: Gegen Andreas Seppi kennt der Schweizer auch nach 10 Duellen das Gefühl der Niederlage noch nicht.

Andreas Seppi schlägt in Melbourne eine Vorhand.

Bildlegende: Seppis bester Schlag Der Italiener bezeichnet seine Vorhand als die stärkste Waffe. Keystone

Als Roger Federer nach seinem Sieg über Simone Bolelli im Interview nach seinem Wunschgegner für die 3. Runde gefragt wurde, war die Partie zwischen Andreas Seppi und Jérémy Chardy noch im Gang. Die Antwort des Schweizers überraschte nicht: «Ich würde lieber gegen Seppi spielen.»

Federers Wunsch sollte erhört werden - der Italiener Seppi schlug den Franzosen Chardy in 4 Sätzen. Und so darf der vierfache Melbourne-Champion am Freitag gegen einen Kontrahenten spielen, gegen den er in 10 Duellen noch nie verloren hat (Satzverhältnis 21:1). Das Match ist nach zwei Frauen-Einzeln als dritte Partie angesetzt und wird nicht vor 3:30 Uhr Schweizer Zeit in der Rod-Laver-Arena über die Bühne gehen.

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Federer im Interview nach dem Bolelli-Match

2:39 min, vom 21.1.2015

Seppi: Kein Paradeschlag

Dass er nicht auf Chardy trifft, kommt Federer gelegen. Gegen den Franzosen lautet die Bilanz lediglich 2:1 zu seinen Gunsten, und sämtliche Partien gingen über die volle Distanz. «Chardy hat einen super Aufschlag und eine gefährliche Vorhand», erklärt Federer. «Seppi spielt dafür sehr solide.»

Übersetzt heisst dies: Der Südtiroler hat keine wirkliche Waffe, mit der er den Baselbieter vor wirklich grosse Probleme stellen könnte. Aufschlag, Grundschläge und das Netzspiel funktionieren zuverlässig. Aber ein Paradeschlag - wie ihn zum Beispiel Landsmann Simone Bolelli mit der Vorhand hat - besitzt Seppi nicht.

«Roger ist Roger»

Der 30-jährige Seppi (ATP 46) blickt dem 11. Duell mit Federer gelassen entgegen. «Roger ist Roger», sagt er vielsagend. «Ich werde versuchen, ihn in Schwierigkeiten zu bringen.» Auf Federer dürften einige lange Grundlinien-Duelle zukommen. Gut möglich, dass die Weltnummer 2 häufig den Weg ans Netz suchen wird, um die Punkte zu verkürzen.

Federer: «Positives Tennis gespielt»

Nicht nur weil Federer mit Seppi, der italienischen Nummer 2, ausschliesslich gute Erinnerungen verbindet, schaut er seiner Drittrunden-Begegnung positiv entgegen. «Die Sätze 2 bis 4 gegen Bolelli geben mir ein gutes Gefühl. Ich habe positives Tennis gespielt und gut serviert.»

So klar die Vorzeichen stehen, Federer tut gut daran, die Partie bis zum letzten Punkt mit der vollsten Ernsthaftigkeit zu bestreiten. Denn Seppi ist einer, der sich nie aufgibt. 2012 wehrte er in Rom gegen Stan Wawrinka 6 Matchbälle ab und siegte mit 6:7, 7:6, 7:6.

Federer: Meiste Siege gegen einzelne Spieler ohne eine Niederlage

GegnerZeitspanneBilanz
David Ferrer (Sp)2003 - 201416:0
Michail Juschni /Russ)2000 - 201315:0
Jarkko Nieminen (Fi)2002 - 201414:0
Feliciano Lopez (Sp)2003 - 201411:0
Andreas Seppi (It)2007 - 201310:0
Philipp Kohlschreiber (De)2005 - 20138:0

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.1.15, 06:00 Uhr

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Die Partie von Roger Federer gegen Andreas Seppi können Sie am Freitag live auf SRF zwei und im Livestream mitverfolgen.