Ein Basler in Diensten der Tennis-Stars

Misel Milovanovic ist einer von 11 Racket-Bespannern in Wimbledon. Spannende Geschichten hat der Basler einige zu erzählen.

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So werden in Wimbledon die Rackets bespannt

2:43 min, aus sportaktuell vom 10.7.2017

Bereits zum 8. Mal arbeitet der Schweizer Misel Milovanovic für den offiziellen Bespanner-Service in Wimbledon. Aus 11 Ländern kommen die insgesamt 14 Profis, die 115 Pfund pro Tag verdienen und von 7 Uhr bis 22 Uhr im Einsatz stehen.

«  Ich durfte damals die Schläger von Robin Söderling bespannen, mit denen er im Achtelfinal Rafael Nadal schlug. »

Misel Milovanovic

Ein Bespanner arbeitet am Schläger von Rafael Nadal.

Bildlegende: Präzision ist gefordert Zu den Kunden der offiziellen Bespanner gehörte auch Rafael Nadal. SRF

Milovanovic ist gerade dabei, den Schläger von Juniorin Simona Waltert neu zu besaiten. 25 bis 30 Rackets bespannt der 38-Jährige pro Tag. «Ich brauche rund 12 Minuten für einen Schläger» erklärt Milovanovic, während seine Hände flink die neuen Saiten durch die kleinen Ösen ziehen. Zu seinen Kunden zählten in den vergangenen Tagen unter anderem Mischa Zverev und Ernests Gulbis; auch Rafael Nadal gab seine Rackets dem offiziellen Bespanner-Service.

Roger Federer geht fremd

Für Roger Federer und Stan Wawrinka gilt das nicht. Sie vertrauen auf die Dienste dreier Bespanner, welche die ATP-Tour rund um den Globus begleiten. Je nach Anzahl Turniere kostet dieser Luxus zwischen 40'000 und 140'000 Dollar pro Jahr.

Anekdoten hat Milovanovic einige auf Lager. So war er zu einem kleinen Teil am French-Open-Erfolg von Federer 2009 in Paris beteiligt. «Ich durfte damals die Schläger von Robin Söderling bespannen, mit denen er im Achtelfinal Nadal schlug. Das war ein ganz besonderes Erlebnis», blickt er zurück.

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Milovanovic über sein spezielles Rasen-Erlebnis

0:45 min, vom 10.7.2017

Ein grosser Moment in Wimbledon

Sein bisheriges Highlight erlebte der leidenschaftliche Tennisspieler letztes Jahr in Wimbledon. Auf der Suche nach einem Sparring-Partner wandte sich Rebeka Masarova an ihn. Die beiden kennen sich bestens, kümmert sich Milovanovic doch auch zuhause in Basel um die Spielgeräte der Newcomerin. «Ich durfte rund 30 Minuten mit ihr auf dem heiligen Rasen von Wimbledon trainieren. Damit ging für mich ein Traum in Erfüllung», leuchten seine Augen auch heute noch.

Das Racket von Waltert ist mittlerweile fertig bespannt, die nächsten Aufträge warten. Es war sein letzter Arbeitstag in Wimbledon, es soll aber definitiv nicht der letzte an einem Major gewesen sein. «Mein Traum ist es, einmal bei den US Open zu arbeiten.» Es wäre sein ganz persönlicher Karriere-Grand-Slam.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 10.7.17, 22:30 Uhr