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Grand-Slam-Turniere Ein Schweizer Halbfinal, der so nicht erwartet werden durfte

Stan Wawrinka und Roger Federer kämpfen an den Australian Open im Direktduell um den Finaleinzug. Vor Beginn des Turniers hat wenig auf diese Affiche hingedeutet.

Dass sich Stan Wawrinka an grossen Turnieren in einen Rausch spielen kann und er weit kommt, ist nichts Neues. Seit den US Open 2013 hat der Lausanner 7 Mal mindestens den Halbfinal bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht.

Wer hätte das vor dem Turnier gedacht?

Dass Roger Federer an Major Events weit kommt, ist ebenso wenig überraschend. Bereits zum 41. Mal steht er in einem Grand-Slam-Halbfinal, alleine an den Australian Open kämpft er zum 13. Mal um den Einzug ins Endspiel.

Dennoch ist es dieses Jahr eher überraschend, dass es in der Vorschlussrunde zum Schweizer Duell kommt, hat doch zu Beginn des Turniers noch wenig darauf hingedeutet:

  • Wawrinka stand bereits in Runde 1 am Rande des Ausscheidens. Er lag gegen Martin Klizan im 5. Satz mit Break in Rückstand und wehrte beim Stand von 2:4 2 Spielbälle des Slowaken zum 5:2 ab. Der Lausanner zog den Kopf aber aus der Schlinge.
  • Federer hat vor den Australian Open ein halbes Jahr lang keinen Ernstkampf auf der ATP-Tour bestritten. Über den Formstand des 17-fachen Grand-Slam-Siegers herrschte Ungewissheit. Zudem war klar, dass er als Nummer 17 der Setzliste bereits ab der 3. Runde nur noch auf Top-Spieler treffen würde. Dass er im Viertelfinal nicht auf die Weltnummer 1 Andy Murray trifft, hätten vor dem Turnier wohl nicht die kühnsten Optimisten erwartet.
Ich habe die Überzeugung, die es braucht, um ihn zu schlagen.
Autor: Stan Wawrinka

Nach 5 gespielten Runden in Melbourne ist indes klar: Wawrinka setzte zu seinem schon fast obligaten Steigerungslauf an und Federer spielt, als wäre er nie weggewesen. Und so kommt es aus Schweizer Sicht zum erhofften Duell. Zum 22. Mal treffen die beiden Kumpels aufeinander (18:3 für Federer), zum 7. Mal an einem Grand-Slam-Turnier (5:1 für Federer).

Das Problem ist, dass Stan weiss, wie man Grand-Slam-Titel gewinnt.

Und was sagen die beiden Protagonisten zum bevorstehenden Duell? Der gegenseitige Respekt ist gross:

  • Wawrinka: «Ich treffe auf den besten Spieler aller Zeiten. Es ist immer speziell, weil er so gut ist. Er findet eine Antwort auf alles. Aber ich habe gezeigt, dass ich ihn auch an Grand-Slam-Turnieren bezwingen kann. Ich habe die Überzeugung, die es braucht, um ihn zu schlagen.»
  • Federer: «Das Problem ist, dass Stan weiss, wie man Grand-Slam-Titel gewinnt. An den French Open hat er mich schon locker in die Schranken gewiesen. Er hat die Power, die andere nicht haben. Es ist nicht unbedingt einfach, weil wir einander gut kennen und uns viel verbindet. Aber wenigstens kommt ein Schweizer weiter.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 24.01.2017, 09:00 Uhr

TV-Hinweis

Auf SRF zwei, in der SRF-Sport-App und auf srf.ch/sport zeigen wir den Halbfinal von Stan Wawrinka gegen Roger Federer am Donnerstag ab 9:20 Uhr live.

9 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Federer glaubte nicht, dass er es nach seiner langen Pause soweit schaffen würde. Er ging relativ unbelastet ins Feld. Dies hat ihn soweit gebracht, wo er jetzt steht. Normalerweise setzt sich Roger zu sehr unter Druck: "Ich MUSS gewinnen". Und dieses "müssen" birgt negatives in sich, welches Gift für das Erreichten eines erhofften Zieles ist. Hoffentlich behält Roger seine Lockerheit bis zum Schluss. Dann WIRD er auch den Final gewinnen.
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  • Kommentar von Heinz Hugentobler (hevrins)
    Nein Frau Zelger, da bin ich mit Ihnen nicht einverstanden bezüglich "Glückskurs" von Stan. Wenn Sie häufig seine Spiele verfolgen, dann müssen auch Sie feststellen, dass er meistens einen mühsamen Start ins Turnier bekundet und sich von Spiel zu Spiel steigert. In den letzten Turnieren hat er es mehrmals bewiesen, dass er jeden schlagen kann. Für den Halbfinal habe ich - ach zwei Herzen in meiner Brust! Die Tagesform wird entscheiden wer den Final erreicht. Drücken wir beiden die Daumen!
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Das Wunder von Australien. Stan ist wieder mal auf Glückskurs. Roger nach langer Verletzungspause wieder der Alte, wie eh und je. Für wen soll man nun den Daumen drücken? Für die Schweiz, oder pour la Suisse? Egel, es ist eh Hans was Heiri. Aber dem Roger wäre es halt schon zu gönnen, war er doch in seiner Karriere immer wieder von Pechsträhnen verfolgt. Mit dem Sprung in den Final kann er beweisen, dass er immer noch simply the Best ist.
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    1. Antwort von Martin Sommer (Apollon)
      Stan ist auf "Glückskurs"? Roger wurde in seiner Karriere von Pechsträhnen verfolgt? Eine spezielle Weltanschauung haben Sie da, Frau Zelger.
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    2. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Danke für das "nette" Feedback. Ja, das ist meine Meinung, zu der ich stehe. Stan ist einmal ganz oben, ein andermal wieder scheidet er in einer Vorrunde aus. Ihm fehlt die Konstanz, die Federer, Djoko, Nadal etc. haben, respektive hatten. Momentan ist Wawrinka ohne Wenn und Aber auf Glückskurs. Alles klar?
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    3. Antwort von Seraina Bieri (Penelope)
      Sehr geehrte Frau Zelger, bitte entschuldigen Sie, dass ich mich auch noch einmische. Mich würden aber schon auch die Pechsträhnen interessieren, von welchen "der Roger" in seiner Karriere immer wieder verfolgt wurde. Bitte klären Sie mich Unwissende doch auf.
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