Eine Seriensiegerin, aber kein Roboter

Der Durchbruch von Simona Halep kam später als erwartet. Doch seit einem Jahr geht der Aufstieg der besten rumänischen Tennisspielerin der Geschichte ungebremst weiter. Bei den French Open ist Grosses möglich - auch, weil alle vor ihr liegenden Konkurrentinnen gepatzt haben.

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Simona Halep im Hoch

1:17 min, vom 3.6.2014

15 Anläufe hatte Simona Halep benötigt, um an einem Major-Turnier in die Viertelfinals vorzustossen. Am diesjährigen Australien Open gelang ihr, die davor auch schon 7-mal in der Startrunde empfindliche Niederlagen verkraften musste, dieser Schritt der Reife.

Am French Open, wo sie sich 2010 durch die Qualifikation gekämpft und ihren Einstand auf der Grand-Slam-Bühne gegeben hatte, folgte nun gleich die Bestätigung. Halep (WTA 4) steht noch ohne Satzverlust erneut in der Runde der letzten 8. Nach dem kollektiven Versagen der Favoritinnen ist sie an der Porte d'Auteuil sogar die bestklassierte Spielerin.

Geduldig und unaufgeregt

2008 schloss Halep das Turnier in Paris in ihr Herz. Fünf Jahre vor Belinda Bencic gewann sie die Konkurrenz der Juniorinnen. Doch es sollte eine Weile dauern, bis sich die Liebe zwischen ihr und der französischen Metropole so richtig entfaltete.

Überhaupt war in ihrer Karriere Geduld angesagt. Denn die nur 1,68 m grosse Halep, die sich als 18-Jährige die Brust verkleinern liess, wurde früh als künftiger Star angepriesen. Erst im Mai letzten Jahres löste das Talent in Rom das Versprechen ein. Vier namhafte Gegnerinnen warf sie der Reihe nach aus dem Turnier, ehe im Halbfinal gegen Serena Williams ihre Möglichkeiten vorläufig erschöpft waren.

Einen Monat später war in Doha der erste Titel fällig, und bis Februar 2014 sind es sechs weitere geworden. Aus der schüchternen Rumänin ist eine Seriensiegerin geworden. Ihrem Prinzip ist sie treu geblieben. Ihr Blick schweift nicht ab, Illusionen gibt sie sich keinen hin. «Ich will es geniessen und schaue von Match zu Match», betont sie stets.

Die WTA kürte die 22-Jährige zum Ende des Jahres 2013 mit dem Titel «Most Improved Player». Ihr aggressives Grundlinien-Spiel, das hohe Schlag-Repertoire, die noch höhere Präzision und ihre flinken Beine gehören zu den Stärken.

Wiedergutmachung ist angesagt

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Halep - Stephens: Entscheidende Bälle

1:51 min, vom 3.6.2014

Aus der FAZ ist von Halep folgendes Zitat überliefert. «Die Leute müssen verstehen, dass ich kein Roboter, sondern ein ganz normales Mädchen bin.» Damit versucht sie den Druck in ihrer Heimat etwas zu mindern. Sie ist erst die dritte Rumänien, die es in die Top 10 geschafft haben. Und seit ihrem Sprung in diesem Jahr von Position 11 auf 4 ist sie die Spielerin aus ihrem Land mit dem höchsten je erreichten Ranking.

Mit 3:6 und 0:6 gegen die spätere Melbourne-Finalistin Dominika Cibulkova hatte Halep im Januar ihre Premiere in einem Major-Viertelfinal verpatzt. Am Mittwoch will sie es gegen Swetlana Kusnetsowa (Russ/WTA 28) besser machen. Vielleicht kann sie dafür auch von Managerin Virgina Ruzici noch einige Tipps in Erfahrung bringen. Ihre Landsfrau gewann 1978 die French Open.

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