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Grand-Slam-Turniere Federer scheitert an Tsonga

Roger Federer ist an den French Open in den Viertelfinals ausgeschieden. Der über weite Strecken enttäuschend aufspielende Schweizer unterlag dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (ATP 8) in weniger als zwei Stunden mit 5:7, 3:6 und 3:6.

Die Niederlage von Roger Federer gegen Jo-Wilfried Tsonga war verdient. Der Schweizer fand kein Rezept gegen das druckvolle Spiel des zu allem entschlossenen Hoffnungsträgers der Franzosen.

Federer: «Ich bin sehr traurig»

«Ich habe überall gewackelt und bin sehr traurig über meine Vorstellung», zeigte sich Federer nach dem Spiel enttäuscht. Doch er gab auch zu, dass Tsonga grossartig gespielt habe: «Er hat alles besser gemacht als ich. Ich habe vieles versucht, aber er hat mich ständig unter Druck gesetzt.»

Es ist erst das 5. Mal in den letzten 9 Jahren, dass Federer bei einem Major-Turnier nicht unter den letzten Vier steht. Bei Tsonga dagegen war die Freude natürlich riesig: «Es ist aussergewöhnlich, hier über Federer zu triumphieren - gegen den, der alles gewonnen hat. Aber heute war ich an der Reihe.»

Federer mit Blitzstart

In den ersten 20 Minuten hatte Federer das Spiel noch unter Kontrolle gehabt, ja er hatte seinen Gegner regelrecht dominiert: Er diktierte die Ballwechsel und führte im 1. Satz mit 4:2. Doch beim Stand von 4:3 musste er nach 3 Eigenfehlern in Folge quasi aus dem Nichts das erste Break hinnehmen.

Erstes Break bricht den Rhythmus

Zu diesem Zeitpunkt riss bei Federer der Faden: Das Timing und die Länge stimmten plötzlich nicht mehr, zudem liess ihn der Service im Stich (nur 67 Prozent der ersten Aufschläge im Feld, kein Ass). Tsonga dagegen fand zu seinem druckvollen Spiel und beging praktisch keine Fehler mehr.

Roger Federer
Legende: Enttäuschung Roger Federer ist an den French Open in den Viertelfinals gescheitert. Keystone

Zwischenspurt Tsongas

Vom 5:5 im 1. Satz bis zum 3:0 im 2. Satz gewann der Franzose 5 Games in Folge und sorgte damit für die Vorentscheidung.

Im 3. Umgang konnte ein kämpferischer Federer zwar zunächst ein Break aufholen. Nach dem zweiten Service-Durchbruch bei 3:3 jedoch zog Tsonga durch.

Nach weniger als 2 Stunden verwertete der 28-Jährige aus Le Mans seinen 2. Matchball zum 4. Sieg gegen Federer im 13. Duell. Tsonga wahrte sich damit die grosse Chance, als erster Einheimischer seit Yannick Noah 1983 in Roland Garros gewinnen zu können.

Ferrer im Eilzugstempo

Tsonga misst sich am Donnerstag in seinem ersten Paris-Halbfinal mit David Ferrer. Der Spanier blieb an den French Open auch im 5. Einsatz ohne Satzverlust und besiegte seinen Landsmann Tommy Robredo (ATP 34) im Viertelfinal in nur 80 Minuten mit 6:2, 6:1 und 6:1.

Für Federer hingegen gilt der Fokus nun der Rasen-Saison, die in der nächsten Woche mit dem Turnier in Halle (De) beginnt. In Wimbledon (ab 24. Juni) geht er als Titelverteidiger an den Start.

Legende: Video Ferrer locker im Halbfinal («sportaktuell») abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 04.06.2013.

45 Kommentare

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  • Kommentar von RDG, Goldau
    Die Zeit von Federer ist vorbei. Wieso wollen das viele nicht wahrhaben. Er kann gegen die junge Generation nichts mehr ausrichten. Es wie ein 40 Jähriger einen 100 meterlauf gewinnwn sollte.
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Vielleicht haben Sie recht und Federers grosse Zeit ist vorbei. Die dominanten Jahre sind vermutlich ohnehin Vergangenheit. Es ist nur so, dass Federer schon vor Jahren tot gesagt wurde. Er hat den Sprung nach vorne immer wieder geschafft und dabei alle überrascht. Irgendwann wird er es nicht mehr schaffen und vielleicht ist das jetzt. Wir werden es sehen...
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  • Kommentar von Adi Blättler, Luzern
    Liebe Neider Lasst doch RF in ruhe. Er ist der grösste Sportler der Schweiz und ich denke in Wimbledon werden wir den "alten Roger" wieder sehen. Dann sind wieder alle glücklich und feiern ihn. @ D.Flückiger Wo Erfolg ist sind auch Neider. Ich bin vollkommen ihrer Meinung und solche Typen wie Passant haben schlicht und einfach keine Ahnung.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Noch eine Frage als Ergänzung: Warum wird Roger Federer von den Medien immer als ein Baselbieter bezeichnet? Sein Geburtsort ist doch Basel und sogar ich von der "ahnungslosen" Stadtzürcher Ecke kann deutlich erkennen, dass er "Baseldiitsch vum Rhygney" spricht und nicht einen der verschiedenen Baselbieter Dialekte, die sich von dem in Basel in einigen Punkten unterscheiden. Kann mir das jemand erklären?
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Ich vermute, das kommt daher, dass in der Schweiz der Geburtsort kein Bürgerrecht verleiht. Aufgewachsen ist Federer in Riehen (BS) und vor allem Münchenstein (BL). Er spricht Birsecker Dialekt (der Dialekt aus der Stadt ist wesentlich kantiger). Als Birseck bezeichnet man den Teil des Baselbiets links und rechts der Birs: Pfeffingen, Aesch, Reinach und Münchenstein links der Birs sowie Dornach (SO), Arlesheim und den alten Ortsteil von Münchenstein rechts der Birs).
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @M. Bolder: Danke für Ihre Auskunft, es gibt also wie von mir richtig vermutet auch in der Basler Ecke noch verschiedene Dialekte. Für uns klingt das, was RF redet, halt waschecht Baseldiitsch. Übrigens gibt es auch im Kanton Zürich immer noch sechs Dialekte: Neben dem "Standard-Züritüütsch", das bis zum Rhein und zur Thur und sogar bis Baden reicht, einen im Knonauer Amt, einen im Rafzerfeld, einen nördlich der Thur (z.B. Chr. Blocher und V. Diener) und einen im obersten Tösstal.
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Korrektur: Ich habe mich verzählt, es sind fünf Zürcher Dialekte und nicht sechs, wobei die Grenzen zum Teil noch umstritten sind.
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    4. Antwort von M. Bolder, Muhen
      @Juha Stump: Das sind aber nur fünf Dialekte ;) Danke für Ihre Ausführungen. Ich habe manchmal bereits in Winterthur den Eindruck, dass der Dialekt gegenüber der Stadt Zürich etwas anders klingt. Spannendes Thema. Ich empfinde das "Birsecker Baseldeutsch" als dem stadtbasler Dialekt am nächsten: Die Vokale sind praktisch identisch, aber die Konsonanten klingen wesentlich weicher (z.B. chaufe statt kaufe, etc.).
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